Cholesterin senken: So werden Fettstoffwechselstörungen behandelt.

Fettstoffwechselstörungen können schwerwiegende Folgen für Ihre Gesundheit haben. Daher ist es wichtig, langfristig Ihren Cholesterinspiegel zu senken, möglichen Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen und alle Risikofaktoren, so gut es Ihnen gelingt, zu reduzieren.

Gewohnheiten ändern: Nicht einfach, aber lohnenswert

Um Ihre Cholesterinwerte zu senken, nützt es allerdings nichts, nur an einer Schraube zu drehen: Wenn Sie es zwar schaffen, nicht mehr zu rauchen, sich aber weiterhin fettreich ernähren, Alkohol trinken und keinen Sport treiben, bleibt Ihr Risiko erhöht. Sie müssen Ihren gesamten Lebensstil ändern und Cholesterinsenker in Ihren Alltag integrieren.

Leichter gesagt als getan, denken Sie? Das stimmt. Es ist nicht einfach, von seinen Gewohnheiten loszulassen, aber wenn Ihnen Ihre Gesundheit am Herzen liegt, bleibt Ihnen keine andere Wahl. Dennoch ist es Ihnen gestattet, auch mal zu schlemmen – denn Genuss und Freude am Essen müssen trotz allem erlaubt bleiben.

Die vier Säulen der erfolgreichen Cholesterin-Behandlung

Ernährung – Bewegung – Entspannung – Medikamente

Fettsenkende Medikamente sind immer als Ergänzung zu regelmäßiger Bewegung und einer gesunden Ernährung zu sehen – nicht etwa als Alternative.

Ihr persönlicher Behandlungsplan zum Senken Ihrer Cholesterinwerte

Störungen im Fettstoffwechsel hängen von vielen Einzelteilen ab. Deshalb gibt es keine Behandlung, die für jeden gleich passt. Legen Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt ein Behandlungsziel und einen Behandlungsplan fest und halten Sie sich unbedingt daran. Wann immer Sie Fragen haben oder auffällige Veränderungen – positive wie negative – spüren, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

So leben Sie gesund!

  • Vermeiden Sie Übergewicht.
  • Essen Sie bewusst kleine Mahlzeiten mit viel Fisch und Gemüse.
  • Trinken Sie täglich ausreichend Wasser. Auch Kräutertee tut gut.
  • Halten Sie Maß bei Kaffee, schwarzem Tee und besonders bei Alkohol – er lässt die Triglyceride ansteigen.
  • Bewegen Sie sich ausreichend – mindestens 3 x 30 Minuten in der Woche.
  • Nehmen Sie Ihre Medikamente wie verordnet ein – in der richtigen Dosis und zur richtigen Zeit mit einem Glas Wasser.
  • Rauchen Sie nicht – Nikotin schädigt die Gefäße.
  • Vermeiden Sie übermäßig anhaltenden Stress!
  • Sorgen Sie für entspannende Erholungsphasen. Dabei helfen Atemübungen, autogenes Training und Ruhe – ein gutes Buch lesen oder einfach mal nichts tun.

Mit welchen Medikamenten lassen sich zu hohe Cholesterinwerte senken?

Je nachdem welche Blutfettwerte erhöht sind, eigenen sich unterschiedliche Wirkstoffe zu ihrer Senkung. Wir stellen Ihnen die wichtigsten vor.

Wichtig: Fettsenkende Medikamente wirken sehr gut, sind aber immer als Ergänzung zu regelmäßiger Bewegung und einer gesunden Ernährung zu sehen – nicht etwa als Alternative. Hier finden Sie Informationen zur cholesterin-gesunden Ernährung und Tipps und Tricks für Spaß an mehr Bewegung.

Nehmen Sie die verschriebenen Medikamente immer gemäß der Anweisung Ihres Arztes ein.

Statine

Cholesterin-Synthese-Enzym-Hemmer (CSE) gehören zu den wichtigsten fettsenkenden Medikamenten. Sie blockieren das Cholesterin-Synthese-Enzym, das maßgeblich an der Herstellung des Cholesterins in der Leber beteiligt ist. Um dennoch seinen Cholesterinbedarf zu decken, bildet der Körper als Ausgleich für diese Blockade mehr Aufnahmestellen (Rezeptoren) für LDL-Cholesterin. So wird mehr Cholesterin aus dem Blut in die Zellen geschleust: Die LDL-Wert im Blut sinken.

Sie erkennen CSE  an der Endung „-statin“: z. B. Simvastatin, Pravastatin oder Fluvastatin. Deshalb nennt man diese Medikamentengruppe einfach Statine. Sie senken außerdem die Triglyceride (um bis zu 30 Prozent) und erhöhen geringfügig die HDL- Werte. Dies wirkt sich positiv auf das LDL-HDL-Verhältnis aus.

Nebenwirkungen wie Leber- und Muskelschäden sowie Gelenkstörungen an Händen und Füßen sind bekannt, diese verschwinden jedoch meist vollständig, sobald Sie die Medikamente absetzen.

Hinweis: Lassen Sie Ihre Fettwerte nach vier Wochen kontrollieren. Ihr Arzt sollte überprüfen, ob die derzeitige Dosis ausreichend ist, erhöht werden muss oder ob eine Kombination beispielsweise mit Nikotinsäure oder Fibraten sinnvoll ist.

Anionenaustauscher

Zur Wirkstoffgruppe der Anionenaustauscher gehören Colestyramin und Colestipol. Diese Arzneistoffe können die Gallensäure im Darm binden, sodass mehr Gallensäure aus geschieden wird. Gallensäure wird hauptsächlich aus Cholesterin hergestellt. Weil der Körper immer wieder neue Gallensäure produzieren muss, benötigt er dafür mehr Cholesterin. Als Folge davon sinkt die LDL-Konzentration im Blut ab.

Fibrate

Zu den Fibrinsäureabkömmlingen zählen Bezafibrat, Etofibrat, Fenofibrat und Gemfibrozil. Fibrate senken die Triglyceridwerte, indem sie ihren Abbau fördern. Gleichzeitig steigern sie die Aktivität des Enzyms Lipoproteinlipase, wodurch mehr HDL-Cholesterin gebildet wird. Zudem verringern Fibrate die körpereigene Cholesterinbildung in der Leber.

Nikotinsäure-Abkömmlinge

Gleich vorab: Die Nikotinsäure hat nichts mit dem Nikotin aus dem Tabak zu tun. Hier handelt es sich um sehr hoch dosiertes Vitamin B3, das daher auch rezeptpflichtig ist. Nikotinsäure und ihre Abkömmlinge, wie Acipimox, Inositolnicotinat und Xantinolnicotinat, senken die LDL-Konzentration im Blut um etwa 25 Prozent und die Triglyceride um bis zu 50 Prozent. Gleichzeitig wird die LDL-Bildung in der Leber gehemmt und das gefäßschützende HDL leicht erhöht.

Als Nebenwirkung kann eine Gefäßerweiterung mit einem sogenannten Flush auftreten – eine Rötung der Haut, verbunden mit einem Wärmegefühl. Deshalb werden heute meist Verzögerungspräparate eingesetzt, die den Wirkstoff nur langsam freisetzen. Zudem empfiehlt es sich, die Medikamente abends einzunehmen.

Lipidapherese /LDL-Apherese

In seltenen Fällen wird eine Blutwäsche durchgeführt, um das LDL-Cholesterin zu entfernen (Lipidapherese). Dieses technische Verfahren kommt nur bei einer bestimmten erblichen Form oder sehr hohem Risiko für Herz- und Gefäßerkrankungen infrage, wenn die Therapie mit Diät und Medikamenten (über mindestens sechs Monate) keine ausreichende Wirkung gezeigt hat.