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Gibt es eine Beziehung zwischen dem Alters-Katarakt und dem Serum Vitamin D-Status?

Altersbedingte Katarakte gehören zu den wichtigsten Ursachen für Sehbehinderungen bis hin zur Erblindung. Als Risikofaktoren für die Katarakt-Entstehung gelten allgemein Alter, weibliches Geschlecht (nach der Menopause), Rauchen, ultraviolette Strahlung und genetische Faktoren. Die Sehfähigkeit kann durch operative Eingriffe wiederhergestellt werden. Trotz der vorhandenen operativen Möglichkeiten dürften präventive Katarakt-Vermeidungsstrategien bevorzugt werden und von allgemeinem Interesse sein. Aktuelle Publikationen haben bereits Perspektiven aufgezeigt, wie die Kataraktbildung durch Antioxidantien, zum Beispiel Vitamin D und C, verlangsamt und vielleicht sogar langfristig verhindert werden kann. Vom Vitamin D ist ebenfalls bekannt, dass es anti-oxidative Eigenschaften besitzt. Einige Studien lassen vermuten, dass Vitamin D einen hemmenden Einfluss auf manche Augenerkrankungen wie die altersabhängige Macula-Degeneration und das Glaukom wegen seiner antioxidativen Eigenschaften besitzt. Mit ihrer aktuellen Studie haben die Autoren einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Serum Vitamin D Status und der altersabhängigen Katarakt untersucht.

Die Studienteilnehmer im vierten (2008-2009) und fünften 2010-2012) „Korean National Health and Nutrition Survey“ waren 40 Jahre alt und älter. Bei ihnen wurden der Serum Vitamin D-Status gemessen und die Augen mit einer Spaltlampe zum Nachweis einer Katarakt untersucht. Eine Alters-Katarakt wurde als Präsenz einer kortikalen, nuklearen, einer vorderen oder hinteren subkapsulären, oder einer gemischten Linsentrübung und einer Katarakt-Operation definiert.

Insgesamt nahmen 18.804 Patienten an der Studie teil. Der mittlere Serum Vitamin D-Spiegel betrug bei Männern 20,0 ng/ml und bei Frauen 17,5 ng/ml. Bei Männern sank das Katarakt-Risiko mit steigenden Serum Vitamin D-Werten im Vergleich der obersten mit der untersten Quintile (OR 0,76; 95% KI 0,59-0,99) nach Berücksichtigung von möglichen Störvariablen (Alter, Geschlecht, Raucherstatus, Diabetes, Bluthochdruck, UV-Exposition). Für Frauen konnte kein Zusammenhang zwischen dem Serum Vitamin D-Status und dem Katarakt-Risiko nachgewiesen werden.

Die vorhandenen Ergebnisse weisen ein abnehmendes Katarakt-Risiko für Männer mit zunehmendem Serum Vitamin D-Status aus, welches für Frauen allerdings nicht bestätigt werden konnte. Die Ergebnisse bedürfen nach Ansicht der Autoren weiterer Studien, um den anti-oxidativen Einfluss von Vitamin D auf die Katarakt-Genese zu bestätigen.

Kommentar:

Der mit der mediterranen Diät verbundene Früchte- und Gemüse-Verzehr scheint, die Katarakt-Prävalenz mit steigender Vitamin C- und Vitamin E-Aufnahme zu reduzieren. Der Einfluss von Vitamin D auf die Katarakt-Entstehung bleibt umstritten. Rao et al. konnten in der CARED-Studie (Carotenoid Age-Related Eye Study) keinen Zusammenhang zwischen einer nuklearen Katarakt und dem Serum Vitamin D-Status nachweisen. Die Ergebnisse von Jee et al. bedürfen daher einer weiteren Bestätigung. Noch ist nicht endgültig geklärt, ob und welchen Einfluss Vitamin D, neben der Vielfalt anderer Faktoren, auf die Linsentrübung besitzt. Ob sich der Einfluss von Vitamin D auf eine Aktivierung des Plasma-Thiol/Disulphid-Redox-Systems beschränkt, wie die Ergebnisse von Alvarez et al. vermuten lassen können, muss ebenfalls erst noch gesichert werden.

Text: Dr. med. Jürgen Hower, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin
Quellen: Jee, D, Kim EC. Association between serum 25-hydroyvitamin D levels and age-related cataracts. J Cataract Refract Surg 2015 Aug 41(8): 1705-1715
Pastor-Valero, M. Fruit and vegetable intake and vitamins C and E are associated with a reduced prevalence of cataract in a Spanish Mediterranean population. BMC Ophthalmol 2013; 13:52
Alvarez, JA et al. Vitamin D status is independently associated with plasma glutathione and cysteine thiol/disulphide redox status in adults. Clin Endocrinol 2014; 81: 458-466

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