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Besitzt die Hormontherapie in der Menopause einen Einfluss auf die Entwicklung einer verstärkten Brustkyphose?

Als Hyperkyphose (verstärkte Brustkyphose) wird eine vor allem bei Frauen im Alter auftretende, verstärkte vordere Krümmung der Brustwirbelsäule bezeichnet. Sie ist mit eingeschränkten körperlichen Funktionen verbunden. Eine geringe Knochendichte, Knochenverlust und Wirbelbrüche sind Risikofaktoren für eine Hyperkyphose. Kann eine menopausale Hormonersatz-Therapie (HET) das Risiko für die Entwicklung einer Hyperkyphose beeinflussen, Knochenverlust und Wirbelbrüche verhindern?

Im Rahmen einer Querschnittsstudie haben die Autoren den Cobb-Winkel bei 1.063 Frauen ausgewertet, die an einer Studie für osteoporotische Frakturen teilgenommen und nach eigenen Angaben in den vergangenen 15 Jahren eine Hormonersatz-Therapie (HET) erhalten hatten.

Die Teilnehmerinnen wiesen ein Durchschnittsalter von 83,7 ± 3,3 Jahren und einen mittleren Cobb-Winkel von 51,3° ± 14,6° auf. Sechsundvierzig Prozent der Frauen wurden als „Nie-Nutzer“ einer HET, 24 Prozent als „Vergangenheitsanwender“, 17 Prozent als „intermittierende Anwender“ und 12 Prozent als „Daueranwender“ eingestuft. Bei minimal angepassten Modellen war der mittlere Cobb-Winkel bei kontinuierlichen HET-Nutzern um 4,0° geringer als bei Nie-Nutzern (P = 0,01). Bei vollständig angepassten Modellen verringerte sich diese Zuordnung um 2,8° (P = 0,06). HET-Vergangenheitsanwender hatten 3,0° weniger Kyphose im Vergleich zu Nie-Anwendern bei minimal angepassten Modellen (P = 0,01), bei vollständig angepassten Modellen (P = 0,02) verringerte sich der Grad auf 2,8°. Intermittierende Benutzer unterschieden sich nicht von Nie-Nutzern im Grad der Kyphose.

Frauen, die über eine kontinuierliche oder vergangene Hormonbehandlung berichten, wiesen bis Mitte der achtziger Jahre weniger ausgeprägte Kyphosen auf als Frauen, die nie eine HET bekommen hatten. Die Ergebnisse können als eine mögliche Rolle der postmenopausalen Hormonbehandlung zur Prävention der altersbedingten Hyperkyphosen interpretiert werden.

Kommentar:

Die Hyperkyphose ist eine geriatrische Erkrankung mit einer verstärkten vorderen Krümmung der Brustwirbelsäule. Sie wird über einen Cobb-Winkel ab ≥ 40° definiert und ist mit eingeschränkten körperlichen Funktionen und einem erhöhten Sturzrisiko verbunden. Eine niedrige Knochendichte mit Knochenverlust und Wirbelfrakturen sind unabhängige Risikofaktoren für die Entstehung einer Hyperkyphose, die im Verlauf des Alters zunehmen kann. Der starke Östrogen-Abfall mit der Menopause trägt zum Knochenverlust bei. Die menopausale Hormonersatz-Therapie (HET) trägt zum weiteren Erhalt der Knochensubstanz bei. In der WHI (Women´s Health Initiative Study) war die HET mit einer Verringerung des vertebralen Frakturrisikos sowohl im Östrogen-Progesteron-Arm als auch im Östrogen-Arm verbunden. Der positive Einfluss der HET auf die Mikroarchitektur des Knochens scheint wenigstens 2 Jahre nach der Beendigung der Therapie noch anzuhalten. Angesichts der starken Assoziation zwischen Knochenverlust, Wirbelkörperfrakturen und Brust-Hyperkyphose scheint ein Zusammenhang plausibel zu sein. Die Ergebnisse von Woods et al. zeigen, dass Frauen, die über eine HET in der Vergangenheit (vor dem mittleren Alter von 69,2 Jahren) berichteten, am besten gegen eine Osteoporose, Wirbelkörperfrakturen und eine sich verschlechternde Hyperkyphose geschützt waren.

Text: Dr. med. Jürgen Hower, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin
Quellen: Woods, GN et al. Patterns of menopausal hormone therapy use and hyperkyphosis in older women. Menopause 2018 Jul; 25(7): 738-743
Rossouw, JE et al. Risks and benefits of estrogen plus progestin in healthy postmenopausal women: principal results From the Women`s Health Initiative randomized controlled trial. JAMA 2002 Jul 17; 288(3): 321-333
Anderson, GL et al. Effects of conjugated equine estrogen in postmenopausal women with hysterectomy: the Women´Health Initiative randomized controlled trial. JAMA 2004 Apr 14; 291(14): 1701-1712
Papadakis, G et al. The Benefit of Menopausal Hormone Therapy on Bone Density and Microarchitecture Persists After its Withdrawel. J Clin Endocrinol Metab 2016 Dec; 101(12): 5004-5011;
Greendale, GA et al. Bone mass response to discontinuation of long-term hormone replacement therapy: results from the Postmenopausal Estrogen/Progestin Intervention (PEPI) Safety Follow-up Study. Arch Intern Med 2002 Mar 25; 162(6): 665-672

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