Erkältungen vorbeugen

Je besser Ihre körpereigene Abwehr funktioniert, desto besser sind Sie vor Krankheiten geschützt. Besonders Erkältungen kann ein gut funktionierendes Immunsystem weitgehend verhindern oder wenigstens verkürzen. Für eine schlagkräftige Abwehr können Sie viel tun. Mit der Einnahme von Medikamenten ist es allerdings nicht getan. Die drei Pfeiler für ein intaktes Immunsystem heißen: richtige Ernährung, ausreichende Abhärtung und seelische Ausgeglichenheit.

Gesundheit geht durch den Magen

Damit unser Körper optimal funktionieren kann, müssen wir ihm Mineralstoffe, Vitamine und Ballaststoffe in ausreichender Menge zur Verfügung stellen. Ideale Lieferanten dafür sind Obst und Gemüse. Eine weitere Empfehlung von Ernährungswissenschaftlern ist, möglichst ausgewogen zu essen. Die ideale Mischkost besteht neben viel Obst und Gemüse aus Kohlenhydraten in Form von Brot, Reis oder Kartoffeln, aber wenig Eiweiß und Fett. Wenn Sie diese beiden einfachen Regeln beherzigen, haben Sie schon viel für Ihre Gesundheit getan. Wenn Sie ein Übriges tun wollen, können Sie regelmäßig probiotische Lebensmittel verzehren. Einige Studien haben nämlich gezeigt, dass Probiotika in gewissem Umfang vor Erkältungen schützen.

Training macht die Abwehr stark

Um unsere Widerstandskraft zu stärken, müssen wir sie trainieren. Setzen wir unser Immunsystem zu selten Reizen aus, zum Beispiel, weil wir uns zu wenig bewegen und uns zu viel in geschlossenen Räumen mit trockener Heizungsluft aufhalten, wird die körpereigene Abwehr träge. Aber nur ein aktives Immunsystem kann Erreger erfolgreich abwehren. Um gesund zu bleiben, müssen wir es also „auf Trab halten", zum Beispiel durch körperliche Aktivitäten (sprich: gemäßigt Sport treiben), viel frische Luft und abhärtende Maßnahmen wie Wassergüsse oder Sauna. Dabei regen die unterschiedlichen Temperaturreize, also der Wechsel von warm und kalt, das Immunsystem an. Entscheidend ist, dass das Training regelmäßig durchgeführt wird und vor allem Spaß macht.

Achtung: Wenn Sie bereits spüren, dass eine Erkältung im Anflug ist, verzichten Sie besser auf anstrengende körperliche Aktivität und schonen Sie Ihre Kräfte.

Wer glücklich ist, ist auch gesünder

Wenn die Seele belastet ist, arbeitet das Immunsystem schlechter. Egal ob Stress im Beruf oder Ärger zuhause: Dauerhaft negativen Einflüssen ausgesetzt, können unsere Abwehrkräfte nicht die ganze Leistung bringen. Deshalb sind wir bei einem seelischen Tief anfälliger für Infektionskrankheiten. Ein Patentrezept gegen Stress gibt es leider nicht. Entspannungstechniken wie autogenes Training, Yoga oder Feldenkrais helfen, schwierige Phasen leichter zu überwinden. Eine große Rolle spielen dabei auch die sozialen Kontakte: Wer in einer stabilen, glücklichen Partnerschaft eingebunden ist und gute Freunde hat, ist nachweislich weniger anfällig für Erkältungskrankheiten als Menschen, die sich einsam fühlen.

So halten Sie sich die Erkältung vom Hals

Besser, als eine Erkältung schnell loszuwerden, ist es, sie erst gar nicht zu bekommen. Deshalb hier ein paar einfache Maßnahmen, die dazu beitragen, eine Erkältung zu verhindern.

> Hygiene hilft!

Viren verbreiten sich, indem wir sie entweder mit der Luft einatmen, oder – und das gilt inzwischen als die häufigere Form der Infektion – durch das Berühren infizierter Gegenstände.

Statistisch gesehen fasst sich nämlich jeder Mensch mindestens 3-mal pro Stunde mit den Händen ins Gesicht. So kommen die Erkältungsviren von Erkrankten auf deren Hände und auf Gegenstände wie Telefonhörer, Türklinken, Geld etc., werden durch Berührung von den Händen anderer Menschen aufgenommen und gelangen auf die gleiche Weise in die Schleimhäute von Mund und Nase. Die Infektion nimmt ihren Lauf.

Deshalb heißt das beste Rezept gegen Erkältungen: Hygiene! Das Robert-Koch-Institut empfiehlt vor allem regelmäßiges, gründliches Händewaschen: besonders wichtig vor dem Essen und dem Zubereiten von Speisen, nach der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel, dem Einkaufen und dem Kontakt mit anderen Menschen. Waschen Sie Ihre Hände 20 bis 30 Sekunden lang gründlich mit Seife unter fließend warmem Wasser – auch zwischen den Fingern! Und: Versuchen Sie sich möglichst wenig mit den Händen ins Gesicht zu fassen, vor allem in der Erkältungszeit.

 

> Richtig niesen und husten

Wenn es einen erwischt hat, dann sollte man darauf achten, die Erkältung nicht an andere weiterzugeben. Beim Niesen und Husten die Hand vor den zu Mund halten gilt zwar als fein, ist aber grundverkehrt. Denn danach sind die Hände voller Keime, die leicht weitergegeben werden können. Ist niemand in der Nähe, ist es daher besser, einfach ins Leere zu niesen oder zu husten. Befindet man sich in Gesellschaft anderer, ist es besser, in die Armbeuge zu niesen oder zu husten. Dann gelangen die Keime allenfalls an den Ärmel der Kleidung und werden bei der nächsten Wäsche unschädlich gemacht.

> Warme Füße

Klingt seltsam, ist aber wissenschaftlich erwiesen: Kalte Füße wirken reflektorisch auf die Durchblutung der Nasenschleimhaut. Wenn Sie an den Füßen frieren, ist ein Schnupfen nicht weit. Deshalb sollten Sie im Winter am besten warme Wollsocken und wasserdichte Schuhe tragen.

> Wechselduschen

Tägliche Wechselduschen regen den Kreislauf an und stärken – regelmäßig angewendet – unser Immunsystem: einfach abwechselnd kalt und warm abduschen, mit kalten Güssen aufhören. Achtung: Wenn Sie bereits erkältet sind, sind Wechselduschen und andere abhärtende Maßnahmen tabu, weil das Immunsystem dann durch die Krankheit bereits genug gefordert ist.

 

> Frischluft rein, Viren raus

In geschlossenen Räumen haben Viren beste Chancen, sich zu verbreiten. Außerdem trocknet Heizungsluft die Schleimhäute aus, die die Viren dann nicht mehr effektiv abwehren können. Deshalb gilt gerade auch im Winter: Lüften Sie regelmäßig, mindestens 3- bis 4-mal täglich für jeweils 10 Minuten. Das senkt die Zahl der Viren und das Ansteckungsrisiko und schafft ein gutes Raumklima. Ist die Luft sehr trocken, können Luftbefeuchter, ein nasses Handtuch oder eine Schüssel mit Wasser auf dem Heizkörper Abhilfe schaffen.