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Verstanden
Beratung

Die anti-inflammatorische Wirkung von Vitamin D auf das Zahnfleisch

Gingivitis (Zahnfleischentzündung) und Periodontitis (Entzündung des den Zahn umgebenden Gewebes) gehören zu den chronischen Erkrankungen der Mundhöhle und beeinträchtigen den Halteapparat der Zähne durch Anhäufung von Bakterien. Eine mangelhafte Zahnpflege, die Art der Nahrung und Rauchen sind anerkannte Risikofaktoren für die Entstehung einer Gingivitis (GV) und/oder Periodontitis (PO). Mehrere Untersuchungen weisen auf einen weiteren Risikofaktor hin, den Zusammenhang zwischen niedrigen 25-Hydroxy-Vitamin D-Serumspiegeln [25(OH)D]und der GV und PO. Aktuell haben indische Autoren in einer randomisierten, kontrollierten Studie die anti-inflammatorische (anti-entzündliche) Wirkung des Vitamin D auf die Gingiva und das Periodontium bei Patienten mit einer GV/PO in unterschiedlichen Dosen untersucht. Hierzu bildeten die Untersucher 4 Gruppen. Die Gruppe A erhielt eine tägliche orale Vitamin D-Dosis von 2000 IE (50µg), die Gruppe B eine Dosis von 1000 IE, die Gruppe C von 500 IE und die Gruppe D ein Plazebo. Der mittlere GV-Wert (Gingivitis Score) betrug in der Gruppe A zu Beginn der Studie 2,4 und sank nach einem Monat auf 1,7, auf 0,8 im zweiten Monat und auf 0,3 im dritten Monat. Der mittlere GV-Wert in der Gruppe B betrug zu Beginn 2,3 und sank im ersten Monat auf 2,0, im zweiten Monat auf 1,1 und im dritten Monat auf 0,5. In der Gruppe C betrug der mittlere GV-Wert zu Beginn 2,2, nach einem Monat 1,9 und danach 0,8. Die Zahnfleischentzündung hatte sich in der Gruppe A bereits nach einem Monat, in der Gruppe B erst nach zwei Monaten und in der Gruppe C erst nach drei Monaten statistisch signifikant verbessert. Die Gruppe D (Plazebo-Gruppe) zeigte keine Verbesserung der Entzündungswerte. Die Autoren konnten mit ihrer Studie eine Dosis-abhängige anti-entzündliche Wirkung des Vitamin D auf Gingiva und Periodontium nachweisen. Die Ergebnisse bestätigen die auf experimentellen Ergebnissen beruhenden Vermutungen, dass Vitamin D vor Infektionen schützt.

Orale Bakterien sind wichtige Risikofaktoren für die Entstehung der Gingivitis. Die Periodontitis ist eine chronische Erkrankung, bei der sich Biofilme an die Gingiva des periodontalen Gewebes heften, eine Entzündung verursachen und somit den Halteapparat der Zähne schädigen können, der für die feste Verankerung im Kiefer sorgt.

Mehrere Untersuchungen in der Vergangenheit haben gezeigt, dass aktiviertes Vitamin D die Bildung antimikrobieller Peptide (Cathelicidin und humane ß-Defensine) an den Grenzflächen des Körpers (Haut und Schleimhaut) stimuliert und damit indirekt eine antibakterielle und anti-inflammatorische Wirkung ausübt. Diese Zusammenhänge erklären auch, warum solares UVB, das in der Haut die Bildung von Vitamin D induziert, das Erkrankungsrisiko für Tuberkulose mindert. Suffiziente Vitamin D-Spiegel werden darüber hinaus in der Literatur mit einem geringeren Erkrankungsrisiko für Influenza, Pneumonie und Septikämie verbunden.

Unter diesen und weiteren Gesichtspunkten, auf die hier nicht näher eingegangen wurde, mag es ratsam sein, auf einen ausreichenden Serum-Vitamin D-Spiegel vor allem im Winter zu achten.

Text: Dr. med. Jürgen Hower, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin
Quelle: Hieremath, VP et al. Anti-inflammatory effect of vitamin D on gingivitis: a dose-response randomised control trial. Oral Health Prev Dent 2013, 11(1): 61-9. Grant, WB, Boucher, BJ. Are Hill´s criteria for causality satisfied for vitamin D and periodontal disease? Dermato-Endocrinology 2 (1): 30-36.

 

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