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Verstanden
Beratung

Niedrige Vitamin D-Spiegel sind mit einer zusätzlichen kardiovaskulären Mortalität verbunden

Die wichtigste Quelle für Vitamin D sind die solaren UV-B-Strahlen, unter deren Einfluss in der Haut aus einer Cholesterin-Vorstufe (7-Dehydro-Cholesterol) Vitamin D synthetisiert wird. Die Autoren haben in einer groß angelegten, multi-nationalen Studie den Zusammenhang zwischen dem Serum-Vitamin D-Spiegel und der Mortalität untersucht.

In die Meta-Analyse sind 8 prospektive Kohorten-Studien aus Europa und den USA mit 26.018 Männern und Frauen zwischen 50-79 Jahren eingegangen. Im Ergebnis sollte die allgemeine Mortalität und die Mortalität an kardiovaskulären und Krebs-Erkrankungen erfasst werden.

Die 25(OH)D-Konzentrationen variierten mit der Jahreszeit (höher im Sommer), mit dem Land (höher in den USA und Nord-Europa) und dem Geschlecht (höher bei Männern). Während des Follow-ups starben 6.695 Studienteilnehmer, davon 2.624 an kardio-vaskulären Erkrankungen und 2.227 an Krebserkrankungen. Für jede Studien-Kohorte wurden 25(OH)D-Quintilen (Quintile sind Fünftel) ermittelt. Beim Vergleich der oberen mit den unteren Quintilen zeigte sich ein allgemeiner Mortalitäts-Risiko-Quotient (ODDS Ratio) für Vitamin D-Mangel von 1,57 (95% KI 1,36-1,81). Der Risiko-Quotient für das kardio-vaskuläre Risiko war mit dem für das allgemeine Mortalitätsrisiko vergleichbar. Dies galt unabhängig davon, ob bei Studienbeginn eine Herzerkrankung vorlag. Im Hinblick auf die Krebs-Mortalität zeigte sich nur bei den Patienten, die an Krebs erkrankt waren, ein positiver Einfluss [Risiko-Quotient 1,70 (95% KI 1,00-2,88)] auf die Mortalität.

Trotz aller Schwankungen des Vitamin D-Spiegels über Länder und Jahreszeiten war der Zusammenhang zwischen den 25(OH)D-Spiegeln bemerkenswert konstant.

Die Ergebnisse der zusammengefassten prospektiven Studien überzeugen. Da es sich aber nicht um randomisierte Studien handelt, kann eine Kausalität noch nicht als bewiesen gelten. Störfaktoren, die zu einer Verzerrung der Ergebnisse geführt haben könnten, sind nicht mit Sicherheit auszuschließen. Andererseits wächst aber die Evidenz für eine Vitamin D-Supplementierung. Ein Cochrane Review aus dem Jahre 2011 hat gezeigt, dass eine Vitamin D-Supplementierung zu einem Rückgang der Mortalität von 6% bei 90.000 Probanden in 50 analysierten Studien führte. In groß angelegten prospektiven Studien, die in mehreren Ländern durchgeführt werden, soll nun die Frage der notwendigen Dosis und des Nutzens endgültig geklärt werden.

Text: Dr. med. Jürgen Hower, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin
Quelle: Schöttker, B et al. Vitamin D and mortality: meta-analysis of individual participant data from a large consortium of cohort studies from Europe and the United States. BMJ Jun 17; 348: g3656 Kupferschmidt, K. Uncertain Verdict as Vitamin D Goes On Trial. Science 2012 Sept 21; 337(6101): 1476-8

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