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Verstanden
Beratung

Dürfen Patienten mit einer Allergie gegen Hühnereier gegen Grippe geimpft werden?

Die saisonale Grippe-Schutzimpfung bietet den besten Schutz vor einer Erkrankung.
Die meisten Grippe-Impfstoffe werden in Hühnereiern produziert, weshalb allen Ei-allergischen Patienten früher empfohlen wurde, sich nur mit nicht auf Hühnereiern produzierten Influenza-Vakzinen impfen zu lassen. Seit 2011 haben die „Centers for Disease Control and Prevention“ (CDC), das “Advisory Committee on Immunization Practices” (ACIP), die “American Academy of Pediatrics” (AAP) und das “Committee on Infectious Diseases” (COID) in einem ersten Schritt die jährliche Impfung mit einer normalen inaktivierten Influenza-Vakzine (IIV) empfohlen. Patienten, bei denen nach dem Genuss von Eiern eine Urtikaria auftritt, konnten in ihrer Hausarztpraxis geimpft und sollten zur Sicherheit (wie alle anderen Patienten auch) weitere 30 Minuten beobachtet werden. Patienten mit schwereren allergischen Symptomen sollten zur Impfung an einen Allergologen überwiesen werden. Es wurden noch keine lebenden, abgeschwächten Influenza-Vakzine für Ei-allergische Personen empfohlen, da diese geringe Mengen an Ovalbumin enthalten und deren mögliche Auswirkungen noch nicht klar waren. Sorge bereiteten auch mögliche Asthma-Anfälle nach einer Lebend-Impfung, obwohl sich hierfür keine Daten fanden.

Zur Influenza-Saison 2017/18 haben die CDC/ACIP und die AAP/COID) ihre Leitlinien an den aktuellen Kenntnisstand angepasst und die letzten Einschränkungen zur Impfung Ei-allergischer Personen mit inaktivierten und toten Vakzinen aufgehoben.

Die Empfehlungen 2017 besagen:

  • Alle Kinder mit einer Ei-Allergie können unabhängig vom Schweregrad gegen Influenza mit einer normalen Vakzine ohne besondere Vorsichtsmaßnahmen geimpft werden. Die Vorsichtsmaßnahmen sollen denen jeder anderen Impfung entsprechen. Die Impfung mit nicht auf Ei-Basis hergestellten Impfstoffen ist für die zugelassenen Altersgruppen möglich, bietet aber gegenüber der normalen, auf Hühnereiern hergestellten Vakzine keine Vorteile. 
  • Die IIV soll in einer einzelnen, dem Alter entsprechenden Dosis verabreicht werden und wird von Patienten mit einer Ei-Allergie jeglichen Schweregrades gut vertragen.
  • Besondere Vorsichtsmaßnahmen werden nicht empfohlen. Die Anaphylaxie-Rate unterscheidet sich nicht von den nicht-Ei-allergischen Impflingen oder von den bei anderen empfohlenen Impfungen auftretenden Nebenwirkungen.
  • Die für alle Impfstoffe geltende Standard-Praxis, auf akute Impfreaktionen vorbereitet zu sein, um angemessen reagieren zu können, sollte beibehalten werden.

Anaphylaxien können nach allen Impfungen auftreten. Die Statistiken weisen ein Ereignis bei etwa einer Million Impfungen aus. In jedem Fall muss aber bei Auftreten schwerer Nebenwirkungen die Ursache abgeklärt werden.

Die Ei-Allergie war eine starke Impfbarriere für Ärzte und Patienten, die endgültig durch die neuen Empfehlungen aufgehoben wurde. Für die Empfehlungen spricht eine starke Evidenz.

Zusammenfassend schließt eine Ei-Allergie die altersentsprechende Influenza-Impfung mit einem inaktivierten auf Hühnereiern produzierten Impfstoff oder mit einem abgeschwächten Lebendimpfstoff nach den neuen Empfehlungen nicht mehr aus. Das Nebenwirkungsrisiko ist aufgrund der aktuellen Studienlage nicht höher als bei jeder anderen Impfung. Die Fachgesellschaften halten deshalb auch die Frage nach einer Ei-Allergie vor der Impfung für nicht mehr erforderlich.

Text: Dr. med. Jürgen Hower, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin
Quellen: Greenhawt, M et al. Administration of influenza vaccines to egg allergic recipients: A practice parameter update 2017. Ann Allergy Asthma Immunol 2018 Jan; 120(1): 49-52

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