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Verstanden
Beratung

Empfehlungen zur Pharmakotherapie der saisonalen allergischen Rhinitis

Eine amerikanische Arbeitsgruppe, die sich aus Vertretern der „American Academy of Allergy, Asthma and Immunology (AAAAI)“ und des „American College of Allergy, Asthma and Immunology (ACAAI)“ zusammensetzt, hat Leitlinien zur pharmakologischen Erstbehandlung saisonaler allergischer Rhinitis bei Patienten im Alter von 12 Jahren und mehr Jahren erstellt.

Hierzu durchsuchte die Arbeitsgruppe MEDLINE, EMBASE und das Cochrane Central Register of Controlled Trials vom 18. Juli 2012 bis zum 29. Juli 2016. Dabei wurde nach Studien gesucht, in denen die Wirksamkeit und die Nebenwirkungen der Einzel- oder Kombinations-Pharmakotherapie bei saisonaler allergischer Rhinitis erfasst wurden. Die identifizierten Studien lieferten die Grundlage für die auf Evidenz-basierenden ersten Behandlungsempfehlungen. Mitglieder der AAAAI, der ACAAI und der Öffentlichkeit gaben Feedback zum Entwurf der Empfehlungen, die vor der endgültigen Fertigstellung der Leitlinien von der Arbeitsgruppe überprüft wurden.

EMPFEHLUNG 1:

Für die Erstbehandlung der saisonalen allergischen Rhinitis bei Personen im Alter von 12 und mehr Jahren wird die Monotherapie mit einem intranasalen Kortikosteroid, nicht die Kombination mit einem oralen Antihistaminikum empfohlen. (Starke Empfehlung).

Die Autoren konnten bei der Auswertung der vorhandenen 8 Studien, in denen eine Kombinationstherapie aus oralen Histaminen und intranasalen Kortikosteroiden eingesetzt wurde, keinen signifikanten Unterschied zwischen der Mono- und Kombinationstherapie nachweisen, was möglicherweise durch die schlechte Studienqualität bedingt war. Teilweise wurden auch noch Antihistaminika der ersten Generation eingesetzt. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass einige Patienten, bei denen die regelmäßige Gabe intranasaler Kortikosteroide zu keinem Erfolg führt, von der ergänzenden Gabe eines Antihistaminikums profitieren würden.

EMPFEHLUNG 2:

Für die Erstbehandlung der saisonalen allergischen Rhinitis bei Personen ab 15 Jahren sollte ein intranasales Kortikosteroid der Behandlung mit einem Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten vorgezogen werden. (Starke Empfehlung).

In 5 Studien wurde die relative Wirksamkeit eines Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten (z.B. Montelukast) mit intranasalen Kortikosteroiden verglichen. Insgesamt zeigte sich deutlich, dass die intranasale Gabe eines Kortikosteroids zu einer besseren Auflösung der nasalen Symptome führte.

EMPFEHLUNG 3:

Zur Behandlung von mittelschwerer bis schwerer saisonaler allergischer Rhinitis bei Personen ab 12 Jahren kann die Kombination eines intranasalen Kortikosteroids mit einem intranasalen Antihistaminikum zur Erstbehandlung empfohlen werden. (Schwache Empfehlung).

Die vorhandenen Ergebnisse lassen vermuten, dass die ergänzende Gabe eines intranasalen Antihistaminikums zu einer intranasalen Kortikosteroid-Therapie einen Zusatznutzen bringen kann. Die Kombinationstherapie verbesserte im Vergleich zur Monotherapie die allergischen Augensymptome. Dieser Unterschied war allerdings nur im Vergleich mit Fluticason propionat signifikant. Die Nebenwirkungen waren gering. Geschmacksstörungen (Disgeusien) gehörten zu den häufigsten Nebenwirkungen (zwischen 2,1% und 13,5%) und waren höher, wenn die Patienten Azelastin oder Azelastin plus Fluticason propionat erhalten hatten. Das Auftreten von Nasenbluten war in allen Behandlungsgruppen vergleichbar und niedriger als in den Placebo-Gruppen. 

Text: Dr. med. Jürgen Hower, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin
Quellen: Wallace, DV et al. Pharmacologic Treatment of Seasonal Allergic Rhinitis: Synopsis of Guidance From the 2017 Joint Task Force on Practice Parameters. Ann Intern Med 2017 Nov 28 (epub ahead of print)

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