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Verstanden
Beratung

Die konservative Behandlung der Kniegelenks-Osteoarthritis

Die Osteoarthritis gehört zu den häufigsten Ursachen von Kniegelenksbeschwerden. Vor Einleitung einer chirurgischen Therapie sollten konservative Maßnahmen versucht werden. In einem aktuellen Review wurde die Wirksamkeit unterschiedlicher Behandlungsmethoden, deren Wirksamkeit in einzelnen Cochrane-Reviews analysiert wurden, miteinander verglichen. Zu den fünf konservativen Strategien gehören die medikamentöse Therapie, die physio-therapeutische-physikalische Therapie, die Rehabilitation, intraartikuläre Injektionen und die Akupunktur.

Bei der medikamentösen Therapie zeigten sich die non-steroidalen Antirheumatika (NSAR) Ibuprofen, Diclofenac, Arthrotec, Celecoxib, Naproxen und Rofecoxib im Vergleich dem Paracetamol überlegen. Tramadol, Tramadol/Paracetamol und weitere non-Tramadol-Opiate führen zu einer mäßigen Schmerzlinderung. Non-Tramadol-Opiate können bei schweren Schmerzen eine Option sein, wenn andere Analgetika keine ausreichende Wirkung mehr bieten. Dabei nimmt allerdings das Nebenwirkungsrisiko zu. Glucosamine unterschieden sich bei Schmerz, Gelenksteife, und Funktion nicht vom Plazebo. Die vorhandenen präklinischen Ergebnisse zu Doxycyclin, dem eine die Erkrankung modifizierende Eigenschaft zugeschrieben wird, wurden nicht bestätigt. Einige topische applizierte und einige oral (Extrakt von Boswellia serrata) eingenommene pflanzliche Präparate scheinen, eine geringe kurzzeitige Schmerzlinderung zu bieten.

Bei der Physio- und physikalischen Therapie und Rehabilitation konnte bei Übungen auf dem Land und im Wasser (Wassergymnastik) eine kurzzeitige Linderung der Symptome nachgewiesen werden. Dies galt für auf dem Land, ebenso wie im Wasser unterschiedlich intensiv durchgeführte Maßnahmen, die zu einer vergleichbaren Besserung der Schmerzsymptomatik und der Gelenkfunktionen führten. In beiden Fälle fehlen jedoch kontrollierte Langzeitstudien. Die bisherigen klinischen Erfahrungen lassen insbesondere für die Wassergymnastik vermuten, dass sie als Langzeitmaßnahmen zur Behandlung der Kniegelenksarthritis geeignet sein könnten. Die Bedeutung und die Wirksamkeit von Orthesen und Einlagen für den Verlauf der Kniegelenks-Arthritis konnten nicht gesichert werden. Eine Wirksamkeit der transkutanen Elektrostimulation wurde nicht nachgewiesen. Eine therapeutische Behandlung mit Ultraschall scheint, eine geringe Wirksamkeit zu besitzen. Intraartikuläre Injektionen (Visco-Supplementierung) führen zu einer kurzfristigen (5-13 Wochen nach einer Injektion) Besserung. Dies gilt auch für intraartikuläre Steroid-Injektionen (1-6 Wochen). Der Nutzen der Akupunktur in Sham-kontrollierten Studien war signifikant aber gering.

Patienten-Informations-Programme zum Verhalten bei der Kniegelenksarthritis, die zu einer aktiven Rolle und einer Modifikation des Verhaltens führen sollten, scheinen, keinen wesentlichen Einfluss auf die Schmerzempfindung zu besitzen.

Kommentar:

Auch die rigorosen, auf Evidenz basierenden Cochrane-Analysen können nur wenig zum Wert der einzelnen konservativen therapeutischen Maßnahmen beitragen. Es fehlen zur Bestätigung der Wirksamkeit der meisten konservativen Maßnahmen kontrollierte Langzeitstudien zur Sicherung ihrer Wirksamkeit.

Text: Dr. med. Jürgen Hower, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin
Quellen: Rodriguez-Merchan, EC. Conservative treatment of acute knee arthritis: A review of the Cochrane library. JAD 2016 May; 5(3): 190-193

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