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Verstanden
Beratung

Sind atopische Ekzeme mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko verbunden?

Das atopische Ekzem wird durch eine Störung der Hautbarrieren-Funktion verursacht, die mit Entzündungen und einer gestörten Immunfunktion assoziiert ist. Ursächlich sind genetische (Filaggrin Gen) und Umgebungs-Faktoren beteiligt. Die Atopie betrifft mit steigender Tendenz etwa 10% der Weltbevölkerung. Es gibt Hinweise dafür, dass die mit der Atopie verbundene Entzündung der Haut das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen erhöht.

Mit ihrer Studie untersuchten die Autoren in einer Bevölkerungsbezogenen Kohortenstudie, ob Erwachsene mit einem atopischen Ekzem in Abhängigkeit von der Schwere der Erkrankung ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko aufweisen. Sie bedienten sich dabei der elektronischen Gesundheitsakten aus dem „Clinical Practice Research Datalink“ (CPRD) und der „Hospital Episode Statistics Inpatient Data“ aus dem „Office for National Statistics“ zwischen 1998-2015. Erwachsene mit der Diagnose „atopisches Ekzem“ wurden in die Studie aufgenommen und nach Alter, Geschlecht, Praxis und Jahreszeit mit bis zu fünf Patienten ohne Erkrankung verglichen. Ergebnisziele waren die Erfassung von kardiovaskulären Ereignissen, Myokardinfarkt, instabile Angina, Herzinsuffizienz, Vorhofflimmern, Schlaganfall und kardiovaskulärer Tod.

In der Auswertung konnten 387.439 Patienten (≥ 18 Jahre) mit einem atopischen Ekzem mit 1.528.477 Patienten ohne atopisches Ekzem verglichen werden. Das mediane Alter der Studienteilnehmer lag bei 43 Jahren, 66% waren weiblich. Die mediane Nachbeobachtung betrug 5,1 Jahre. Bei Patienten mit einem atopischen Ekzem wurde eine um 10% bis 20% erhöhte Gefährdung für nicht-tödliche kardiovaskuläre Ereignisse nachgewiesen. Hierbei zeigte sich eine starke Verbindung zur Schwere des atopischen Ekzems. Bei Patienten mit einem schweren atopischen Ekzem stieg das Schlaganfallrisiko um 20%, das Risiko für einen Herzinfarkt, eine instabile Angina pectoris, Vorhofflimmern und für einen kardiovaskulären Tod auf 40% bis 50% und das Risiko für eine Herzinsuffizienz auf 70%.

Schwere atopische Ekzeme sind mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse verbunden. Eine gezielte Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollte bei diesen Patienten in Betracht gezogen werden.

Kommentar:

Die Hinweise mehren sich, dass Patienten mit chronisch entzündlichen Erkrankungen ein höheres kardiovaskuläres Risiko aufweisen. In einer Bevölkerungsbezogenen Auswertung einer allgemeinmedizinischen Datenbank konnte für die rheumatoide Arthritis, die Psoriasis-Arthritis und die schwere Psoriasis ebenfalls ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko nachgewiesen werden. Die Studie von Silverwood bestätigt das kardiovaskuläre Risiko auch für das atopische Ekzem. Was bedeutet dies für die Praxis? Das atopische Ekzem ist ein zusätzlicher Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen. Patienten mit einem schweren oder aktiven Ekzem sollten präventiv ergänzend auf die bekannten kardiovaskulären Risikofaktoren untersucht werden. Ob die vorhandenen therapeutischen Möglichkeiten zur Behandlung des atopischen Ekzems oder der Psoriasis Einfluss auf das kardiovaskuläre Risiko nehmen, ist noch unbekannt und muss in weiteren Studien geklärt werden.

Text: Dr. med. Jürgen Hower, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin
Quellen: Silverwood, RJ et al. Severe and predominantly active atopic eczema in adulthood and long-term risk of cardiovascular disease: population-based cohort study. BMJ 2018 May 23; 361: k1786
Watson, DJ et al. All-cause mortality and vascular events among patients with rheumatoid arthritis, osteoarthritis, or no arthritis in the UKK General Practice Research Database. J Rheumatol 2003 Jun; 30(6): 1196-1202
Ingram, JR. Atopic eczema and cardiovascular disease. BMJ 2018 May 23; 361: k2064

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