Zur Linderung der Symptome bei einem Nikotin-Entzug
- Kann dazu beitragen, mit dem Rauchen aufzuhören
- Kann das Rauchverlangen verringern
- Sollte zusammen mit einer Beratung und unterstützenden Maßnahmen angewandt werden
Hilfe beim Rauchstopp
Nicotin AL kann zur Behandlung einer Tabakabhängigkeit eingesetzt werden. Das Nikotin-Spray zur Anwendung in der Mundhöhle wirkt als Nikotinrezeptoragonist im peripheren und zentralen Nervensystem. Das plötzliche Aufhören
eines regelmäßigen Zigarettenkonsums ist oft mit typischen Entzugssymptomen und einem heftigen Rauchverlangen verbunden. Klinische Studien haben jedoch gezeigt: Nikotinersatzpräparate können Rauchern helfen, das Rauchen aufzugeben, indem sie die Nikotinspiegel im Blut anheben und die Entzugssymptome lindern.1
Nicotin AL enthält weder Teer, Kohlenmonoxid noch andere im Zigarettenrauch befindliche Giftstoffe.
Unterstützung für künftige Nichtraucher
Rauchen verursacht an fast allen Organen erhebliche Schäden, vor allem an Lunge und Herz. Bis zu 90 Prozent aller
Lungenkrebsfälle werden durch den Konsum von Tabakerzeugnissen ausgelöst. Raucher haben außerdem ein mindestens doppelt so hohes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfälle wie Nichtraucher. Auch das Risiko für Demenz und verschiedene psychische Erkrankungen ist signififikant höher.
Wie wirkt Nikotin? Es bindet sich an die Teerpartikel im Rauch und gelangt mit dem Einatmen in die Lunge. Über die
Schleimhäute der Atemwege wird das Nikotin ins Blut weitergeleitet und erreicht so in wenigen Sekunden das Gehirn. Dort beeinflusst es die Tätigkeit bestimmter Nervenzellen. In der Folge werden bestimmte Botenstoffe freigesetzt, die anregend wirken, ein Wohlbefinden auslösen, den Blutdruck erhöhen oder den Puls beschleunigen.
Viele Raucher möchten wegen der schwerwiegenden Folge für ihre Gesundheit aufhören, kommen aber alleine nicht von ihrer Sucht los. Denn innerhalb weniger Stunden nach der letzten Zigarette setzen die ersten Entzugssymptome ein. Bei Rauchern, die unter Entzugserscheinungen leiden, steigt die Gefahr eines Rückfalls. Nikotinersatzpräparate können die Entwöhnung erleichtern, indem sie Nikotin abgeben und die Entzugserscheinungen stark abmildern. Das hilft Rauchern durchzuhalten.
Zugeführtes Nikotin in Form von Nikotinersatzpräparaten wie z.B. über Nicotin AL, kann die Erfolgsquote beim Versuch mit dem Rauchen aufzuhören, erhöhen. Signifikant mehr Rauchern, die ein Nikotin-Spray anwendeten, gelang es mit dem Rauchen aufzuhören als solchen Rauchern, die kein Nikotinersatzmittel anwendeten.2
Im Vergleich zu Nikotin-Kaugummis und -Lutschtabletten nimmt der Körper das Nikotin per Spray zudem schneller auf.3, 4 In einer Studie zum Rauchverlangen zeigte sich: Die Darreichung als Spray verringerte das Rauchverlangen 1-2 Minuten nach der Anwendung bereits signifikant stärker als eine Nikotin-Lutschtablette mit der vierfachen Menge an Nikotin. Eine maximale Reduktion des Rauchverlangens trat nach ca.10 min
auf.3, 4
Quellenangaben:
1. Hartmann-Boyce J et al. Nicotine replacement therapy versus control for smoking cessation. Cochrane Database Syst Rev 2018; 5(5): CD000146
2. Tønnesen P et al. Efficacy of a nicotine mouth spray in smoking cessation: a randomised, double-blind trial. Eur Respir J 2012; 40(3): 548–554
3. Hansson A et al. Effects of nicotine mouth spray on urges to smoke, a randomised clinical trial. BMJ Open 2012; 2(5): e001618
4. Kraiczi H et al. Single-dose pharmacokinetics of nicotine when given with a novel mouth spray for nicotine replacement therapy. Nicotine Tob Res 2011; 13(12): 1176–1182
Anwendungsempfehlung:
Nicotin AL 1 mg/Spruhstoß Spray sollte nach einem festen Schema angewendet werden. Bis zu 4 Sprühstöße pro Stunde sind möglich. Pro Anwendung sollten 2 Sprühstöße jedoch nicht überschritten und innerhalb von 24 Stunden nicht mehr als 64 Sprühstöße (4 Sprühstöße pro Stunde über 16 Stunden) appliziert werden.
Schritt 1: Wochen 1 bis 6
1 oder 2 Sprühstöße, wenn gewöhnlich geraucht wurde oder man ein Rauchverlangen hat. Lässt nach einem Sprühstoß das Verlangen zu rauchen nicht innerhalb weniger Minuten nach, sollte ein zweiter Sprühstoß angewendet werden.
Falls 2 Sprühstöße erforderlich sind, sollten bei den folgenden Anwendungen 2 aufeinanderfolgende Sprühstöße angewendet werden. Die meisten Raucher benötigen 1 bis 2 Sprühstöße alle 30 bis 60 Minuten.
Schritt 2: Wochen 7 bis 9
Mit der schrittweisen Verringerung der Sprühstöße pro Tag beginnen. Am Ende von Woche 9 sollten nur noch die Hälfte der in Schritt 1 durchschnittlich angewendeten Anzahl von Sprühstößen pro Tag angewendet werden.
Schritt 3: Wochen 10 bis 12
Die Anzahl der Sprühstöße pro Tag weiter verringern, so dass in der 12. Woche nicht mehr als 4 Sprühstöße pro Tag benötigt werden. Sobald sich die Anwendung auf 2 bis 4 Sprühstöße pro Tag reduziert hat, sollte das Spray abgesetzt werden.
Nach Woche 12
Um rauchfrei zu bleiben, kann das Spray in Situationen mit starkem Rauchverlangen weiter angewendet werden. Auch hier gilt: Zunächst 1 Sprühstoß anwenden. Ein zweiter Sprühstoß nur, wenn der erste Sprühstoß nicht innerhalb weniger Minuten hilft. Nach Woche 12 sollten nicht mehr als 4 Sprühstöße pro Tag angewendet werden.
Hinweis:
- Es wird empfohlen, das Spray nicht länger als 6 Monate regelmäßig anzuwenden.
- Wenden Sie nicht mehr als 2 Sprühstöße direkt hintereinander oder 4 Sprühstöße pro Stunde über 16 Stunden an.
- Über einen Zeitraum von 24 Stunden beträgt die Höchstdosis jeweils 64 Sprühstöße innerhalb von 16 Stunden.
Vorsicht bei chronischen Erkrankungen
Mit dem Rauchen aufzuhören, lohnt zu jedem Zeitpunkt. Bei folgenden Erkrankungen sollte eine Risiko-Nutzen-Abwägung durch den Arzt durchgeführt werden:
- Kardiovaskuläre Erkrankungen
- Diabetes mellitus
- Eingeschränkte Nieren- und Leberfunktionen
- Allergien (Disposition zu Angioödem und Urtikaria)
- Schilddrüsenüberfunktion und Tumor der Nebenniere (Phäochromozythom)
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Vorsicht: Nikotindosen, die von Rauchern toleriert werden, können bei Kindern schwere
Vergiftungserscheinungen hervorrufen, die tödlich sein können.
Angst vor Entzugserscheinungen
Viele Raucher scheuen die möglichen unangenehmen Entzugserscheinungen während der Entwöhnung. Tatsächlich dauert der körperliche Entzug nur vier bis sechs
Wochen. Die schlimmsten Entzugserscheinungen lassen sogar meist schon nach wenigen Tagen nach.
Mögliche Symptome sind: depressive Verstimmung, Schlaflosigkeit, Reizbarkeit oder Ruhelosigkeit. Auch ein verminderter Puls, ein gesteigerter Appetit, Schwindel, Husten oder Zahnfleischbluten können auftreten.
Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Frauen mit einem Kinderwunsch sollten grundsätzlich weder rauchen noch eine Nikotinersatztherapie machen. Denn während einer Schwangerschaft geht Nikotin in das ungeborene Kind über. Deshalb sollte einer schwangeren Raucherin immer
geraten werden, das Rauchen ohne die Anwendung einer Nikotinersatztherapie vollständig einzustellen. Schwangere Raucherinnen sollten daher nur auf
Empfehlung eines Arztes eine Nikotinersatztherapie nutzen.
Das Gleiche gilt für Frauen, die stillen. Denn Nikotin geht rasch in die Muttermilch über und kann so das Kind schädigen. Die Neugeborenen sind oft kleiner und können dauerhaft körperliche und geistige Schäden haben.