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Beeinflusst der Vitamin D-Spiegel im Kindesalter das spätere kardio-vaskuläre Risiko?

Wann sollte mit der Prävention kardio-vaskulärer Erkrankungen begonnen werden? So früh wie möglich? Die Forschungen der letzten Jahrzehnte haben gezeigt, dass die Voraussetzungen für die kardio-vaskuläre Gesundheit im Erwachsenenalter im Kindes- und Jugendalter gelegt werden. Modifizierbare Risikofaktoren im Kindes- und Jugendalter, wie zum Beispiel Bewegungsmangel, hoher Blutdruck, aktives und passives Rauchen, geringe kardio-respiratorische Fitness und Ernährung, sind präklinische Marker für eine spätere kardio-vaskuläre Erkrankung.

Niedrige Vitamin D-Spiegel werden im Erwachsenenalter nicht nur mit einem erhöhten, sondern auch mit dem Ausmaß des kardio-vaskulären Risikos verbunden. Jetzt haben finnische Untersucher Daten zu einem möglichen Zusammenhang zwischen dem kindlichen 25-(OH)-Vitamin D-Spiegel und der Intima-Media-Dicke der Arteria Carotis (CIMD) im Erwachsenenalter untersucht (The Cardiovascular Risk in Young Finns Study). Die CIMD dient allgemein als Surrogat-Marker des kardio-vaskulären Risikos.

Die Autoren haben die Daten von 2.148 Probanden, die zu Studienbeginn zwischen 3-18 Jahre alt waren, analysiert. Im Alter zwischen 30-45 Jahren wurden die Studienteilnehmer erneut untersucht. Zu diesem Zeitpunkt wurde in den im Kindesalter eingefrorenen Serumproben der Vitamin D-Serumspiegel bestimmt. Die CIMD wurde an der hinteren Wand mit Ultraschall gemessen.

Die Auswertung der Daten zeigte einen kontinuierlichen, umgekehrten, signifikanten Zusammenhang zwischen dem kindlichen Vitamin D-Spiegel und der im Erwachsenenalter gemessenen CIMD bei Frauen, nicht bei Männern. Insgesamt wiesen aber Kinder mit 25-(OH)-Vitamin D-Spiegeln in der niedrigsten Quartile (<40 nmol/L, entsprechend <16 ng/ml) eine signifikant erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine erhöhte CIMD und arteriosklerotische Gefäßveränderungen im Erwachsenenalter auf.
Schlussfolgerungen: Niedrige 25-(OH)-Vitamin D-Spiegel im Kindesalter sind mit einer erhöhten CIMD im Erwachsenenalter verbunden.

Kommentar: Eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst bereits im Kindesalter das spätere kardio-vaskuläre Krankheitsrisiko. Vitamin D-Mangel scheint, einer der Risikofaktoren zu sein, die auf die spätere kardio-vaskuläre Gesundheit Einfluss nehmen. Vitamin D-Mangel im Kindesalter ist, wie die epidemiologischen Daten zeigen, mit einem erhöhten späteren Arteriosklerose-Risiko verbunden. Diese Assoziation ist unabhängig von konventionellen kardialen Risikofaktoren wie Lipide, Blutdruck, Rauchen, Diät, körperlicher Aktivität, Adipositas und sozio-ökonomischem Status. Das spätere kardio-vaskuläre Risiko mag einer von vielen Gründen sein, bereits im Kindesalter auf eine ausreichende Vitamin D-Versorgung zu achten. Mit der Prävention kardio-vaskulärer Erkrankungen kann nicht früh genug begonnen werden.

Text: Dr. med. Jürgen Hower, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin
Quelle: Verdoia, M et al. Vitamin D deficiency is independently associated with the extent of coronary artery disease. Eur J Clin Invest 2014 Jul, 44(7): 634-642
Juonala, M et al. Childhood 25-OH Vitamin D Levels and Carotid Intima-Media Thickness in Adulthood: The Cardiovascular Risk in Young Finns Study. J Clin Encocrinol Metab 2015 Feb, 10: jc20143944

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