Besteht ein Zusammenhang zwischen dem Konsum von Schokolade und dem metabolischen Syndrom?

In früheren Studien konnte nachgewiesen werden, dass Schokoladenprodukte, die reich an Flavonoiden sind, den Blutdruck, den Serum-Cholesterinspiegel und den Nüchtern-Blutzucker senken und dabei die Endothelfunktionen verbessern. Es ist dabei unklar geblieben, inwieweit der Schokoladen-Konsum die Entstehung eines metabolischen Syndroms beeinflusst. Das metabolische Syndrom (MetS) wird als Risikofaktor für eine kardiovaskuläre Erkrankung gesehen und über eine abdominelle Fettleibigkeit, einen erhöhten Blutdruck, eine Dyslipidämie (veränderte Zusammensetzung der Blutfette) und eine Insulinresistenz definiert. Die Daten aus der amerikanischen NHANES-Studie (2003-2006) lassen vermuten, dass etwa 34% der amerikanischen Erwachsenen im Alter zwischen 20-70 Jahren unter einem metabolischen Syndrom leiden. Die Autoren haben jetzt in einer cross-sektionalen Studie untersucht, ob zwischen dem Schokoladen-Konsum und der Prävalenz des metabolischen Syndroms (MetS)  ein Zusammenhang besteht.

Die Daten von 4098 Teilnehmern der „National Heart, Lung, and Blood Institute (NHBLI) Family Heart Study“ im Alter zwischen 25-93 wurden ausgewertet. Der Schokoladen-Konsum wurde mit Hilfe von Fragebögen ermittelt. Aus den Daten wurde in Abhängigkeit vom Schokoladenkonsum die Wahrscheinlichkeit für die Prävalenz eines MetS (definiert nach den NCEP III Kriterien) berechnet.

Die aus den Daten der 4098 Studienteilnehmer, mittleres Alter 51,7 Jahre, 53,8% weiblich, errechnete Prävalenz für ein metabolisches Syndrom betrug 30,2%. Im Vergleich zu den Daten der Studienteilnehmer, die keinen Schokoladen-Konsum angegeben hatten, betrug die Odds Ratio für das MetS 1,26, 1,15 und 0,99 für Frauen, die jeweils 1-3mal pro Monat, 1-4mal pro Woche, mehr als 5mal pro Woche Schokolade, zu sich nahmen. Die entsprechenden Werte für Männer betrugen 1,13, 1,02 und 1,21. Die Autoren konnten keinen Zusammenhang zwischen dem Schokoladen-Konsum und der Prävalenz des MetS bei amerikanischen Männern und Frauen nachweisen.

Text: Dr. med. Jürgen Hower, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin
Quelle: Tokede, OA et al. Chocolate consumption and prevalence of metabolic syndrome in the NHLBI Family Heart Study. ESPEN 2012 Aug 1; 7(4): e139-e143

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