Das erhöhte Diabetes-Risiko unter einer Statin-Therapie ist mit einer verminderten Insulin-Empfindlichkeit und einer verminderten Insulin-Sekretion verbunden

Die Ergebnisse mehrerer Untersuchungen lassen vermuten, dass Statine bei manchen Patienten einen Typ 2-Diabetes auslösen können.

Der Frage, ob zwischen der Statin-Therapie und dem Typ 2-Diabetes ein Zusammenhang besteht, sind jetzt finnische Autoren im Rahmen einer Kohorten-Studie an 8.749 nicht-diabetischen Patienten (Alter zwischen 45-73 Jahre) über fast 6 Jahre nachgegangen. Während der Beobachtungszeit wurde bei 625 Studienteilnehmern ein Diabetes diagnostiziert (pathologischer oraler Glucose-Toleranztest, HbA1c ≥ 6,5%).

Studienteilnehmer unter einer Statin-Therapie (n=2.142, 84% der Studienteilnehmer nahmen entweder Simvastatin oder Atorvastatin) wiesen ein um 46% erhöhtes Diabetes-Risiko auf. Dieses Risiko war für Simvastatin und Atorvastatin dosisabhängig. Die Insulin-Empfindlichkeit nahm, im Vergleich zu Studienteilnehmern ohne Statin-Therapie, um 24%, die Insulin-Sekretion um 12% ab. Wie das allgemeine Diabetes-Risiko waren auch die Insulin-Empfindlichkeit und die Insulin-Sekretion für Simvastatin und Atorvastatin dosisabhängig.

Die Autoren schließen aus den Ergebnissen, dass eine Statin-Behandlung das Diabetes-Risiko um 46% erhöht, was auf eine verminderte Insulin-Empfindlichkeit und eine verminderte Insulin-Sekretion zurückgeführt wird.

Kommentar: Statine werden weltweit bei Fettstoffwechsel-Störungen in der Primärversorgung verordnet. In mehreren Studien konnte ein linearer Zusammenhang zwischen einem höheren LDL-C-Spiegel (Low Density Lipoprotein-Cholesterol) und einem höheren kardio-vaskulären Risiko aufgezeigt werden. Statine sind wirksam und sicher, wenn auch über manche, meist dosis-abhängige Nebenwirkungen in der Literatur berichtet wird.

Wie Cederberg et al. haben auch US-amerikanische Autoren in einer Studie an 25.979 Patienten (3.982 Statin-Nutzer) zeigen können, dass Statine das allgemeine Diabetes-Risiko (odds ratio (OR) 1,87, 95% Konfidenzintervall (KI) 1,67-2,01), das Diabetes-Risiko mit Komplikationen (OR 2,50, 95% KI 1,88-3,32) und dazu noch das Übergewichts-/Adipositas-Risiko erhöhen. Das Diabetes-Risiko unter einer Statin-Therapie wurde in einem aktuellen Literatur-Review bestätigt. Neben der Erhöhung des Diabetes-Risikos erhöhen Statine  das Myopathie-Risiko (OR 1,19, 95% KI 1,08-1,30) und das Katarakt-Risiko (OR 1,27, 95% KI 1,15-1,40).

Trotz des hohen Sicherheitsprofils der Statine müssen potenzielle Nebenwirkungen bedacht und beachtet werden.

Text: Dr. med. Jürgen Hower, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin
Quelle: Cederberg, H et al. Increased risk of diabetes with statin treatment is associated with impaired insulin sensitivity and insulin secretion: a 6 year follow-up study of the METSIM cohort. Diabetologica 2015 May, 58(5): 1109 1117
Mansi, I et al. Statins and New-Onset Diabetes Mellitus and Diabetic Complications: A Retrospective Cohort Study of US Healthy Adults. J Gen Intern Med 2015 Apr 28 (epub ahead of print)
Park,  ZH et al. Statin-associated incident diabetes: a literature review. Consult Pharm 2014, 29(5): 317-334
Mansi, I et al. Statins and musculoskeletal conditions, arthropathies, and injuries. JAMA Intern Med 2013 Jul 22, 173(14): 1-10
Leuschen, J et al. Association of statin use with cataracts: a propensity score-mathed analysis. JAMA Ophthalmol 2013 Nov, 131(11): 1427-1437

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