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Der Einfluss von mit Vitamin D angereicherter Kuhmilch auf den Serum-Vitamin D-Spiegel im frühen Kindesalter

In den USA und Kanada wird Kuhmilch, im Gegensatz zu Deutschland, per Gesetz mit Vitamin D (40 IU - 1 µg - Vitamin D/100 ml) angereichert.

In beiden Ländern wird in den letzten Jahren eine Tendenz beobachtet, Kuhmilch durch andere, Milch- oder Milch-ähnliche Getränke pflanzlichen oder tierischen Ursprungs zu ersetzen. Diese Getränke unterliegen im Gegensatz zur Kuhmilch nicht den gesetzlichen Anforderungen der Vitamin D-Supplementierung.  

Kanadische Autoren haben jetzt die Verbindung zwischen dem Konsum von Nicht-Kuhmilch-Getränken und Vitamin D-Mangel in einer cross-sektionalen Studie an 2831 Kindern zwischen 1 und 6 Jahren untersucht. Die Interaktion zwischen dem Konsum von Nicht-Kuhmilch und Kuhmilch war signifikant (p=0,03). Das Trinken von Nicht-Kuhmilch-Getränken war mit einem Abfall des Serum-25-Hydroxy-Vitamin D-Spiegels von 4,2 nmol/L (1,68 ng/ml) pro konsumierter Tasse Milch (250ml) verbunden. Kinder, die nur Nicht-Kuhmilch-Getränke tranken, besaßen ein höheres Risiko, mit ihrem Serum-25-Hydroxy-Vitamin D-Spiegel unter 50 nmol/L (<20 ng/ml) zu sinken, als Kinder, die nur Vitamin D-angereicherte Kuhmilch tranken (Odds Ratio 2,7, 95% KI 1,6-4,7).

Der Konsum von nicht mit Vitamin D angereicherter Kuhmilch ist mit erniedrigten Serum-25-Hydroxy-Vitamin D-Spiegeln im frühen Kindesalter verbunden. Mehr als 90% des menschlichen Vitamin D-Bedarfs wird über das Sonnenlicht (UVB-Strahlung) gedeckt. Mit dem herannahenden Winter verringert sich ab dem 37. Breitengrad Nord der Einfallswinkel der Sonne, und die für die Vitamin D-Synthese verantwortlichen UVB-Strahlen (280-315nm) werden zunehmend von der Ozonschicht der Erde absorbiert. Zwischen dem 42. (Boston, USA) und 52. (Edmonton, Kanada) Breitengrad Nord ist diese Absorption so vollständig, dass zwischen den Monaten November bis Februar (Boston) und Oktober bis März (Edmonton) kein Vitamin D3 in der exponierten Haut gebildet wird. Mit Vitamin D-Mangelzuständen muss daher auch in Deutschland (Breitengrad 47-55° Nord) vor allem im Winter bei Kindern und Erwachsenen gerechnet werden. Dies konnte in mehreren Untersuchungen gesichert werden. Die amerikanische, kanadische und auch die deutsche Bevölkerung sind deshalb besonders im Winter auf Vitamin D-haltige Nahrung oder entsprechende Vitamin D-Supplemente angewiesen. In Deutschland wird die handelsübliche Kuhmilch nicht mit Vitamin D angereichert. Eine Vitamin D-Supplementierung wird bei Säuglings-Formula-Milchen und bei Kindermilchen durchgeführt. Für eine Kindermilch, die zu Studienzwecken mit 2,85 µg/100ml angereichert worden war, konnte gezeigt werden, dass mit einem medianen täglichen Milchkonsum von 234 ml (entsprechend 7,1 µg Vitamin D) der winterliche Abfall des Vitamin D-Serumspiegels unter 20 ng/ml in der Interventionsgruppe verhindert werden konnte, ohne im Sommer zu Überdosierungen zu führen. Damit werden die kanadischen Erfahrungen bestätigt, dass die Anreicherung von Milch mit Vitamin D ein sinnvoller Weg sein kann, um den auf dem 47.-55. Breitengrad hoch prävalenten Vitamin D-Mangel bei Kindern (und vielleicht auch bei Erwachsenen) zu verhindern.  

Text: Dr. med. Jürgen Hower, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin
Quelle: Lee, GJ et al. Consumption of non-cow´s milk beverages and serum vitamin D levels in early childhood. CMAJ 2014 Oct 20, epub ahead of print
Hower J, Knoll A, Ritzenthaler KL, Steiner C, Berwind R. Vitamin D fortification of growing up milk prevents decrease of serum 25-hydroxvitamin D concentrations during winter: a clinical study in Germany. Eur J Pediatr. 2013 Dec;172(12):1597-605

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