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Die Verbindung zwischen hoher und niedriger körperlicher Freizeitaktivität und dem Mortalitätsrisiko

Die Studienlage zur Rolle geringer oder hoher physischer Aktivität (PA) in der Freizeit in Verbindung mit der allgemeinen und spezifischen Mortalität ist begrenzt. Die Autoren haben jetzt die Zusammenhänge zwischen unterschiedlich intensiver PA in Verbindung mit dem Risiko für die Gesamtmortalität, für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (CVD) und die krebsspezifische Mortalität untersucht.

Die Daten stammen aus 12 Wellen des US-amerikanischen „National Health Interview Survey“ (1997-2008), die bis zum 31. Dezember 2011 mit den Datensätzen des National Death Index verknüpft waren. Insgesamt 88.140 Teilnehmer im Alter von 40 bis 85 Jahren konnten in die Auswertung einbezogen werden.

Während des medianen Follow-Ups von 9 Jahren traten 7855 Todesfälle auf, 1695 als Folge einer kardiovaskulären Erkrankung und 2269 als Folge einer Krebserkrankung. Im Vergleich zu körperlich inaktiven Personen hatten diejenigen, die 10-59 Minuten/Woche PA in der Freizeit durchführten im Vergleich zu inaktiven Kontrollpersonen ein um 18% geringeres Gesamtmortalitätsrisiko (Hazard Ratio [HR] 0,82, 95% Konfidenzintervall [KI] 0,72-0,95). Diejenigen, die dem empfohlenen Mindestmaß von 1 bis 2mal pro Woche über 150-299 Minuten oder 2-3mal über 300-449 Min pro Woche PA folgten, wiesen ein um 31% (HR 0,69; 95% KI 0,63-0,75) reduziertes Gesamtmortalitätsrisiko auf. Die Vorteile blieben bestehen, wenn PA 10 oder mehr Male (≥1500 min/Woche) über das empfohlene Mindestmaß hinaus durchgeführt wurden (HR 0,54; 95% KI 0,45-0,64). Für 10-59, 150-299 und ≥1500 Minuten pro Woche PA betrugen die entsprechenden HRs (95% KIs) für die spezifische kardiovaskuläre Mortalität 0,88 (95% KI 0,67-1,17), 0,63 (95% KI 0,52-0,78) und 0,67 (95% KI 0,45-0,99): für die krebsspezifische Mortalität entsprechend 0,86 (95% KI 0,66-1,11), 0,76 (95% KI 0,64-0,89) und 0,53 (95% KI 0,39-0,73). Die Gesamt- und ursachenspezifische Mortalität wurde bei starker im Vergleich zu moderater PA stärker reduziert.

Es besteht ein positiver Zusammenhang zwischen Freizeit-PA und Mortalität, der bereits bei einer niedrigen Dosis beginnt. Eine intensivere Bewegung kann zu zusätzlichen gesundheitlichen Vorteilen führen.

Kommentar:

 In den letzten 100 Jahren haben die Menschen in den entwickelten Ländern eine beispiellose Zunahme der Lebenserwartung erlebt. Die Entwicklungsländer erleben jetzt ein vergleichbares Phänomen in kürzerer Zeit. Mit diesem Erfolg ist die Herausforderung verbunden, die Lebensqualität, Gesundheit und Vitalität in den zusätzlichen Jahren zu optimieren. Die Verlagerung der Morbidität möglichst auf den Endpunkt der menschlichen Lebensspanne könnte dem Einzelnen und der Gesellschaft einen nachhaltigen Nutzen bringen. Um dieses Ziel zu erreichen, muss auf unterschiedlichen Pfaden in jedem Alter und jeder Lebensphase in die Prävention chronischer Krankheiten und in die Prävention und Behandlung von Gebrechlichkeit investiert werden. Die Förderung körperlicher Aktivität in jedem Lebensalter mag hierzu einen Beitrag liefern. Die von Zhao et al. durchgeführte Studie zeigt, dass geringe, mäßige und ausgeprägte körperliche Aktivitäten in der Freizeit mit Überlebensvorteilen verbunden sind. Taiwanesische Autoren konnten bereits zeigen, dass 15 Minuten pro Tag oder 90 Minuten pro Woche an mäßig intensiver körperlicher Aktivität der Gesundheit nutzen und das allgemeine Mortalitätsrisiko mindern.

Text: Dr. med. Jürgen Hower, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin
Quellen: Zhao M, Veeranki SP, Li S et al. Beneficial association of low and large doses of leisure time physical activity with all-cause, cardiovascular disease and cancer mortality: a national cohort study of 88,140 US adults. Br J Sports Med 2019; 0: 1-8
Fried LP. Interventions for Human Frailty: Physical Activity as a Model. Cold Spring Harb Perspect Med 2016 Jun 1; 6(6)
Wen CP et al. Minimum amount of physical activity for reduced mortality and extended life expectancy: a prospective cohort study. Lancet 20111 Oct 1; 378(9798): 1244-1253

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