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Die Verbindung zwischen Karies und Knochendichte bei Jugendlichen

Trotz vorhandener Hinweise auf einen Zusammenhang gibt es nur wenige Untersuchungen zur Verbindung zwischen Karies, Knochendichte und Knochenstoffwechsel. Die Autoren haben in einer aktuellen Studie diesen möglichen Zusammenhang an 123 Karies-kranken Kindern (KK) im Alter zwischen 12-15 Jahren (63 Jungen und 60 Mädchen) untersucht und die Ergebnisse mit denen von 42 Karies-freien (KF) Kindern verglichen. Die KK-Kinder wurden entsprechend der Schwere ihrer Karies in zwei Gruppen eingeteilt, in die mit „decayed, missing and filled tooth“ (DMFT) und in die mit beginnender Karies (BK). Die Knochendichte  (BMD – bone mineral density) wurde bei allen Kindern an der lumbalen Wirbelsäule mit DEXA (dual energy X-ray absorptiometry) gemessen. Der Knochenstoffwechsel wurde über die Bestimmung von Osteocalcin, Carboxy-terminal-telepeptide Typ I Kollagen (CTX), Parathormon, Calcium, Phosphat und alkalischer Phosphatase erfasst.

Die Ergebnisse zeigen, dass Kinder mit DMFT im Vergleich zu KF-Kindern und zu Kindern mit einer beginnenden Karies (BK) eine niedrigere Knochendichte aufweisen, die mit einem niedrigen Osteocalcin-Spiegel und hohen CTX-Spiegeln assoziiert ist. Die Karies-Stadien korrelierten negativ mit der BMD (r=-0,86, p<0,001). CTX und Osteocalcin waren in der DMFT-Gruppe negativ korreliert (r=-0,22, p=0,043), während sie in der BK-(r=0,42, p=0,002) und KF-Gruppe (r=0,58, p=0,000)  positiv korreliert waren.

Kinder mit Karies weisen eine verminderte Knochendichte auf, die mit einer verstärkten ossären Resorption verbunden ist. Die Untersucher betrachten Karies als Marker für einen gestörten Knochenstoffwechsel.

Kommentar: Die Autoren bestätigen mit ihrer Untersuchung die Ergebnisse von Fabiani et al., die zuvor bereits an Jugendlichen gezeigt haben, dass die Knochenmineralisation einer der Schutzfaktoren für Karies ist. Karies tritt bei Jugendlichen mit einer guten Knochenmineralisation etwa um die Hälfte weniger auf als bei denen mit niedriger Mineralisation. Das mag auch für das Alter gelten, wenn die Mineralisation des Knochens zurückgeht. JH

Text: Dr. med. Jürgen Hower, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin
Quelle: Kostik, MM et al. Caries in adolescents in relation to their skeletal status. J Pediatr Endocrinol Metab 2014 Oct 18 (epub ahead of print)
Fabiani, L et al. Dental caries and bone mineral density: a cross sectional study. Eur J Paediatr Dent 2006 Jun; 7(2):67-72

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