Die Vorteile des Rauchverbotes für die kindliche Gesundheit

Durch Tabak-Konsum verlieren weltweit jährlich etwa 5 Millionen Menschen ihr Leben. Aber nicht nur Raucher, sondern auch Passiv-Raucher (PR) werden in ihrer Gesundheit geschädigt. Schätzungen lassen vermuten, dass jährlich etwa 600.000 Menschen durch PR sterben, darunter etwa 165.000 Kinder unter 15 Jahren. PR erhöht das Risiko für ischämische Herzerkrankungen, Asthma und Lungenkrebs. Das in vielen Ländern praktizierte Rauchverbot in öffentlich zugänglichen Räumen hat, wie mehrere Studien belegen, zum Rückgang von Atemwegs-, Herz- und Krebserkrankungen geführt. Leider hapert es in manchen Bereichen noch an der Durchsetzung. Kinder, die sich noch in der Entwicklung befinden, können das Ausmaß ihrer Tabak-Exposition nicht bestimmen und sind durch PR besonders gefährdet.

In einer aktuellen Meta-Analyse (Daten erfasst zwischen 1975 bis Mai 2013) haben die Autoren die Ergebnisse von 5 nord-amerikanischen und 6 europäischen Studien mit >5 Millionen Schwangerschaften und 247.168 Asthma-Anfällen zum Einfluss der rauchfreien Umgebung auf die perinatale und die allgemeine kindliche Gesundheit untersucht.

Das Rauchverbot war mit einer signifikanten Senkung der Frühgeburtlichkeit von 10% und einer Senkung der Krankenhaus-Vorstellungen wegen eines Asthma-Anfalles von 10% bis 14% verbunden. Damit werden auch die Ergebnisse einer vorangegangenen Cochrane-Analyse bestätigt.

Viele Kinder wachsen immer noch in einer nicht-rauchfreien Umgebung auf. Weitere Untersuchungen zeigen, dass dies auch die kindliche Hirnentwicklung und das Transmitter-Make-up beeinflusst. In mehreren Untersuchungen konnte ein Zusammenhang zwischen Nikotin-Konsum in der Schwangerschaft, kindlichen Verhaltensstörungen, Aufmerksamkeitsstörungen, fehlender Impulskontrolle und Hyperaktivität nachgewiesen werden.

Bei dem eindeutigen Nutzen, den die Einschränkung des Tabak-Konsums mit sich bringt, ist es erstaunlich, dass die hierzu erforderlichen Gesetze immer noch kontrovers diskutiert und nicht überall mit der notwendigen Konsequenz durchgesetzt werden.

Text: Dr. med. Jürgen Hower, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin
Quelle: Been, JV et al. Effect of smoke-free legislation on perinatal and child health: a systematic review and meta-analysis. Lancet 2014 May 3; 383 (9928): 1549-60 Pagani, LS. Environmental tobacco smoke exposure and brain development: The case of attention deficit/hyperactivity disorder. Neurosci Biobehav Rev 2013 Mar 29; PII: S0149-7634(13)00068-7 Desrosiers, C et al. Associations between prenatal cigarette smoke exposure and externalized behaviors at school age  among Inuit children exposed to environmental contaminants. Neurotoxicol Teratol 2013 Sep-Oct; 39:84-90 Holz, NE et al. Effect of Prenatal Exposure to Tobacco Smoke on Inhibitory Control. Neuroimaging Results From a 25-Year Prospective Study. JAMA Psychiatry 2014 May 14 (epub) Callinan, JE et al. Legislative smoking bans for reducing second hand smoke exposure, smoking prevalence and tobacco consumption. Cochrane Database Syst Rev 2010; (4): CD005992

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