Neuigkeiten

Hat die mütterliche Ernährung während der Schwangerschaft und Stillzeit einen Einfluss auf die Entstehung einer kindlichen Kuhmilch-Allergie?

Nimmt die Ernährung während der Schwangerschaft und der Stillzeit Einfluss auf die Entwicklung kindlicher allergischer Erkrankungen? Bisher haben sich nur wenige Studien mit diesem Thema beschäftigt. Finnische Autoren haben jetzt untersucht, ob ein Zusammenhang zwischen der mütterlichen Ernährung während der Schwangerschaft und Stillzeit und dem Auftreten einer kindlichen Kuhmilchallergie (KMA) besteht.

Zwischen 1997 und 2004 wurde eine Geburtskohorte (n = 6288) mit einem erhöhten Risiko für eine Typ 1 Diabetes-mellitus-Erkrankung (T1DM) rekrutiert. Die mütterliche Ernährung während der Schwangerschaft und Stillzeit wurde mit validierten, 181-Items enthaltenden Lebensmittel-Fragebögen erfasst. Eine diagnostizierte KMA wurde über das Register der Sozialversicherung ermittelt und durch elterliche Angaben ergänzt. Der mögliche Zusammenhang zwischen der mütterlichen Nahrungsaufnahme und der diagnostizierten KMA wurde in einer logistischen Regressionsanalyse überprüft, indem die höchste und niedrigste Quartile des mütterlichen Milchkonsums miteinander verglichen wurden.

Der Konsum von Milcherzeugnissen während der Schwangerschaft war in der höchsten Quartile mit einem niedrigeren Risiko für eine KMA bei den Nachkommen verbunden (Odds Ratio (OR) 0,56, 95% Konfidenzintervall (KI) 0,37 bis 0,86; p <0,01) Wenn die Daten um die mütterliche allergische Rhinitis und um mütterliches Asthma berücksichtigt und bereinigt wurden, bestand eine inverse Beziehung zwischen einem hohen mütterlichen Konsum von Milchprodukten und der KMA bei den Kindern nicht-allergischer Mütter (OR 0,30, 95% KI 0,13 bis 0,69, p <0,001). Nabelschnurblut IgA korrelierte positiv mit dem Verbrauch von Milcherzeugnissen während der Schwangerschaft, was auf eine durch Kuhmilch-Antigene induzierte Aktivierung einer Antigen-spezifischen Immunität bei Säuglingen bereits während der Schwangerschaft hinweist.

Der hohe mütterliche Konsum von Milchprodukten während der Schwangerschaft scheint, besonders Kinder nicht-allergischer Mütter vor der Entwicklung einer KMA zu schützen.

Kommentar:

Die Ergebnisse einer weiteren Studie bestätigen, dass die Kuhmilch-Antigen-Vermeidung Allergien nicht verhindert, sondern eher noch fördert. Auch Järvinen et al. konnten nachweisen, dass Kinder stillender Mütter ein höheres Risiko für die Entstehung einer Kuhmilchallergie tragen, wenn ihre Mütter während der Schwangerschaft und Stillzeit keine Kuhmilch trinken. Die mütterliche Vermeidung von Kuhmilch führte, im Vergleich zu den Kuhmilch-trinkenden Müttern, zu niedrigeren Serum-Casein-Spiegeln und BLG- (beta-lactoglobulin) spezifischen IgG1- und IgG4-Antikörperspiegeln beim Kind. Auch die spezifischen IgA-Antikörperspiegel waren erniedrigt. Niedrigere Kuhmilch-spezifische IgG4- und IgA-Antikörper waren mit einer Kuhmilch-Allergie assoziiert. Die Transcytose von BLG wurde durch Muttermilch mit einem hohen, nicht aber mit einem niedrigen Anteil an spezifischen IgA-Antikörpern, eingeschränkt. Dies konnte experimentell an einer epithelialen intestinalen Zelllinie nachgewiesen werden.

Text: Dr. med. Jürgen Hower, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin
Quelle: Tuokkola, J et al. Maternal diet during pregnancy and lactation and cow’s milk allergy in offspring. Eur J Clin Nutr 2016 Jan 13 (epub ahead of print)
Järvinen, KM et al. Role of maternal elimination diets and human milk IgA in the development of cow´s milk allergy in the infants. Clin Exp Allergy 2014 Jan; 44(1): 69-78

Kontakt

Sie haben Fragen zu unseren Produkten, Services oder allgemeine Anmerkungen?

ALIUD PHARMA® GmbH
Gottlieb-Daimler-Straße 19
89150 Laichingen

Fon +49 7333 9651-0
Fax +49 7333 9651-4000

> zum Kontaktformular

Ihr Login in die ALIUD® FACHWELT

Die ALIUD® FACHWELT bietet Onlineshop und vielfältige Serviceleistungen für Ärzte und Apothekenteams. Wenn Sie zum Fachkreis gehören können Sie sich direkt mit ALIUD PHARMA®- oder DocCheck®-Zugangsdaten einloggen.

> Login
> Zugangsdaten vergessen?

Wenn Sie zum Fachkreis gehören und noch keine Zugangsdaten besitzen können Sie sich hier registrieren.