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Inzidenz und Risikofaktoren für eine Nahrungsmittel-Allergie in Großbritannien

Die Prävalenz der Nahrungsmittelallergie in Großbritannien ist noch ungeklärt. Ihre Bestimmung und die Erfassung der Faktoren, die mit ihrer Entwicklung assoziiert sind, tragen dazu bei, die klinische Bedeutung der Nahrungsmittel-Allergien im nationalen Rahmen zu beurteilen und zur Debatte über geeignete Präventionsstrategien beizutragen.

Im Rahmen einer Kohortenstudie in Hampshire, Großbritannien, wurden 1.140 Säuglinge für die PIFA-Studie (prevalence of infant food alllergy) als Teil-Kohorte aus der EuroPrevail Geburts-Kohortenstudie rekrutiert. Davon konnten 823 Säuglinge bis zum Alter von 2 Jahren in ihrer Entwicklung verfolgt werden. Bei Säuglingen, bei denen der Verdacht auf eine spezifische Nahrungsmittel-Allergie bestand, wurde eine IgE-Messung und ein Prick-Test durchgeführt. Die Diagnose wurde durch eine positive doppelblind, Placebo-kontrollierte Nahrungsbelastung gesichert. Kinder mit Symptomen bis zu 48 Stunden nach Beendigung der Nahrungsbelastung wurden als allergisch angesehen. Die mit der Nahrungsmittel-Allergie verbundenen IgE- und nicht-IgE-verbundenen Faktoren wurden bestimmt und im Rahmen einer multivariaten logistischen Regression analysiert.

Die kumulative Inzidenz für Nahrungsallergien bis zum Alter von 2 Jahren betrug 5,0%. Die kumulative Inzidenz für einzelne Lebensmittelallergien betrug für Hühnereier 2,7% (1,6 bis 3,8); für Kuhmilch 2,4% (1,4 bis 3,5); für Erdnüsse 0,7% (0,1 bis 1,3); für Soja 0,4% (0,0 bis 0,8); für Weizen 0,2% (0,0-0,5) und 0,1% für Fische (0,0 bis 0,32). Die kumulative Inzidenz für IgE-vermittelte Nahrungsmittelallergien betrug 2,6%, nur für Hühnereier 2,1%. Für Nicht-IgE-vermittelte Nahrungsmittelallergien betrug die kumulative Inzidenz 2,4%, nur für Kuhmilch 1,7%. Prädiktoren für jegliche Art von Nahrungsmittel-Allergien waren Giemen, eine mütterliche Atopie, ein höheres Schwangerschaftsalter, das Alter, bei dem erstmals eine feste Nahrung verabreicht wurde, und das Ausmaß einer allgemein gesunden Ernährung. Prädiktoren für IgE-vermittelte Allergien waren Ekzeme, Rhinitiden und eine gesunde Ernährung. Die Prädiktoren für nicht-IgE-vermittelte Nahrungsallergien waren ein Hund im Haus, eine gesunde Ernährung, die maternale Einnahme von Probiotika während der Brustfütterung und das Alter, in dem feste Nahrung eingeführt wurde. 

Knapp die Hälfte der Kinder mit einer gesicherten Nahrungsmittelallergie wiesen kein nachweisbares IgE auf. Die Risikofaktoren für diesen Phänotyp einer Nahrungsmittelallergie unterschieden sich von denen für die über IgE-vermittelte Nahrungsmittelallergie. Dabei bildete die gesunde Ernährung eine Ausnahme, da sie mit einem geringeren Risiko für beide Phänotypen verbunden war.

Kommentar:

Nahrungsmittelallergien scheinen im Säuglings- und Kindesalter zuzunehmen. Sie beeinflussen die Lebensqualität der Betroffenen. Ihre Prävalenz wird bisher nur unzureichend erfasst. Dies mag überwiegend an dem methodischen Aufwand liegen, mit dem Nahrungsmittelallergien gesichert werden müssen. In der Studie von Grimshaw et al. wurde neben der Bestimmung des Serum-IgE-Spiegels ein Prick-Test und eine doppel-blind, Plazebo-kontrollierte Nahrungsbelastung zur Sicherung der Diagnose (Goldstandard) durchgeführt. Damit konnten nicht nur IgE-vermittelte, sondern auch nicht-IgE-vermittelte Nahrungsmittelallergien nachgewiesen werden. Die nachgewiesene Prävalenzrate von 5% (3,7-6,7) liegt etwas höher als die in einer anderen europäischen Studie für 0-5jährige berichtete Prävalenz von 0-4,2%, was durch methodische und geographische Unterschiede bedingt sein könnte.  

Text: Dr. med. Jürgen Hower, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin
Quelle: Grimshaw, KE et al. Incidence and risk factors for food hypersensitivity in UK infants: results from a birth cohort study. Clin Transl Allergy 2016 Jan 26; 6:1
Nwaru, Bl et al. The epidemiology of food allergy in Europe: a systematic review and meta-analysis. Allergy 2014 Jan; 69(1): 62-75

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