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Verhindert die Gabe von Vitamin D während des Wintertrainings die Infektinzidenz bei Athleten mit einem Vitamin D-Mangel?

Der Vitamin D-Mangel kann mit einem erhöhten Risiko für eine Infektion der oberen Atemwege (URTI – upper respiratory tract infections) bei Sportlern verbunden sein. Diese Studie untersuchte die Auswirkungen einer Nahrungsergänzung mit Vitamin D₃ auf die Immunfunktionen des Speichels und die Symptome von URTI bei Taekwondo-Athleten, die im Blut einen Vitamin D-Mangel aufwiesen.

Fünfundzwanzig männliche Taekwondo-Athleten im Alter von 19-22 Jahren mit einem dokumentierten Vitamin D-Mangel bei einer mittleren Serum 25-Hydroxyvitamin D-Konzentration (25(OH)D) von 31,3 ± 1,39 nmol/L (entsprechend 12,52 ± 0,57 ng/ml) nahmen an dieser Studie teil. Die Probanden wurden während eines 4-wöchigen Wintertrainings auf einen Interventionsarm (IVA) oder einen Placeboarm (PLA) randomisiert. Im IVA erhielten sie (n = 13) 5000 IE Vitamin D₃ als Kapsel pro Tag, im PLA (n = 12) ein entsprechendes Placebo. Blutproben wurden zur Messung der Vitamin D-Serumkonzentration zum Studienbeginn und zum Studienende entnommen.

Im Speichel wurden das sekretorische Immunglobulin A (SIgA) und das Lactoferrin zum Studienbeginn, in der Mitte und zum Studienende bestimmt. Über Atemwegssymptome wurde täglich berichtet. Die Serum 25(OH)D-Konzentration stieg um 255,6% in der Vitamin D-Gruppe, während sie sich in der Placebogruppe nicht verändert hatte (p < 0,001). Während ein signifikanter Anstieg von SIgA in beiden Gruppen im Speichel beobachtet wurde (p<0,001), konnte ein erhöhter Lactoferrin-Spiegel als Reaktion auf das Wintertraining nur in der Placebogruppe (p = 0,011) nachgewiesen werden. Die Erhöhung der Serum 25(OH)D-Konzentration war negativ mit allen URTI-Symptomen verbunden (r = -0,435, p = 0,015).

Die Supplementierung mit Vitamin D₃ kann URTI während des Wintertrainings bei Vitamin D-unzureichend versorgten Taekwondo-Athleten reduzieren.

Kommentar:

Der weltweite Vitamin D-Mangel bleibt ein Problem. Die vorhandenen epidemiologischen Studien weisen auf einen Zusammenhang zwischen dem Vitamin D-Status und dem allgemeinen Infektionsrisiko. Gibt es einen kausalen Zusammenhang? Atemwegsinfekte kommen vor allem im Kindes- aber auch im Erwachsenenalter häufig vor. Ihre Inzidenz steigt in den europäischen Ländern vor allem in der lichtarmen Jahreszeit an. Sie führen zur Abwesenheit in Schulen und an Arbeitsplätzen. Patienten mit häufigen Atemwegsinfekten weisen häufig einen niedrigen Vitamin D-Serumstatus auf. Obwohl immer noch kontrovers diskutiert, scheint eine wachsende Evidenz den Zusammenhang zwischen dem Vitamin D-Status und dem Infektionsrisiko zu bestätigen. Dies konnte erstmals für mongolische Schulkinder mit einer randomisierten Doppelblind-Studie gezeigt werden, deren Risiko für akute Atemwegsinfekte sich halbierte, wenn der mediane Vitamin D-Serumspiegel von 7 ng/ml auf 19 ng/ml über Supplemente und eine mit Vitamin D angereicherte Kuhmilch erhöht wurde. Der Einfluss von Vitamin D auf das Atemwegs-Infektionsrisiko konnte von Martineau mit einer Cochrane-Analyse bestätigt werden. Der protektive Nutzen offenbart sich vor allem in randomisierten kontrollierten Doppelblind-Studien, in denen niedrige Vitamin D-Ausgangswerte <25nmol/L (10,0 ng/ml) im Serum vor einer Supplementierung bestehen. Die aktuelle kleine Studie von Jung et al. bestätigt den Zusammenhang für Vitamin D-Ausgangswerte von 31 nmol/L (12,4 ng/ml) an 25 koreanischen Taekwando-Athleten im Wintertraining, die über 4 Wochen täglich 5000 IE Vitamin D als Supplement erhielten und ihren Vitamin D-Serumspiegel um 255,6% erhöhen konnten.

Text: Dr. med. Jürgen Hower, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin
Quellen: Jung HC et al. Vitamin D3 Supplementation Reduces the Symptoms of Upper Respiratory Tract Infection during Winter Training in Vitamin D-Insufficient Taekwando Athletes: A Randomized Controlled Trial. Int J Environ Res Public Health 2018 Sep 14; 15(9); PMID 30223447
Camargo CA Jr et al. Randomized trial of vitamin D supplementation and risk of acute respiratory infection in Mongolia. Pediatrics 2012 Sep; 130(3): e561-567
Martineau AR et al. Vitamin D supplementation to prevent acute respiratory tract infections: systematic review and meta-analysis of individual participant data. BMJ 2017 Feb 15; 356

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