Vitamin K-abhängige Proteine werden in den Geweben von Gelenken, Knorpel und Knochen nachgewiesen. Vorhandene Beobachtungen lassen vermuten, dass ein niedriger Vitamin K-Status mit einer größeren Inzidenz und Prävalenz der Osteoarthritis verbunden ist.  

In einer aktuellen Studie haben die Autoren den möglichen Zusammenhang zwischen dem Vitamin K-Status und der Kniegelenks-Osteoarthritis untersucht. Zu diesem Zweck wurden Plasma-Phyllochinon (PK, Vitamin K1) und dephosphoryliertes-uncarboxyliertes Matrix-Gla-Protein ((dp)ucMGP) bei 791 älteren Erwachsenen (mittleres Alter 74 Jahre, SD±3 Jahre; 67% Frauen), bei denen ein Magnetresonanz-Tomographie beider Kniegelenke durchgeführt worden war, untersucht. 

Longitudinal wiesen Studienteilnehmer mit einem niedrigen PK (<0,2 nM) nach 3 Jahren im Vergleich mit denen, die einen ausreichenden PK (³1,0 nM) aufwiesen, mit einer größeren Wahrscheinlichkeit einen Knorpelschaden des Gelenks, einen progredienten Meniskusschaden, Osteophyten, Knochenmark-Läsionen und subartikuläre Knochenzysten auf. Höhere Plasma-(dp)ucMGP-Spiegel als Surrogat-Marker für einen unzureichenden Vitamin K-Status, waren ebenfalls mit größerer Wahrscheinlichkeit mit einem Meniskusschaden, Osteophyten, Knochenmark-Läsionen und subartikulären Zysten assoziiert, wenn die Werte der höchsten Perzentile mit denen der niedrigsten Perzentile verglichen wurden (Odds Ratio 95% KI; 1,6 (1,1-2,3); 1,7 (1,1-2,5); 1,9 (1,3-2,8); 1,5 (1,0-2,1)).

Die Ergebnisse zeigen, dass ältere Männer und Frauen mit einem niedrigen Vitamin K-Status und einem höheren (dp)ucMGP-Spiegel ein höheres Risiko für einen progredienten Knorpel- und Meniskusschaden besitzen.

Kommentar:

Die Osteoarthritis ist eine progrediente, zu Bewegungseinschränkungen führende Erkrankung, die über krankhafte Veränderungen in den Geweben der Gelenke, der Gelenkinnenhaut, des Knorpels und in den Menisken (Kniegelenk) definiert wird. Sie ist mit schmerzhaften Bewegungseinschränkungen verbunden. Über einen Zusammenhang zwischen dem Vitamin K-Status und der Osteoarthritis liegen nur wenige Studien vor.

In einer observationalen Studie haben Neogi et al. bereits 2006 über einen möglichen Zusammenhang zwischen einem niedrigen Vitamin K-Status und einer Osteoarthritis der Hand- und Kniegelenke berichtet. Dieser Verdacht konnte mit einer Querschnitts-Studie von Oka et al. 2009 erhärtet werden. Misra et al. führten erstmals eine Longitudinal-Studie durch und konnten einen Zusammenhang zwischen einem Vitamin K-Mangel und der Entwicklung einer Osteoarthritis nachweisen. Mit der aktuellen Studie von Shea et al. werden die älteren Untersuchungen bestätigt. Inwieweit eine Vitamin K-Prophylaxe das Auftreten einer Osteoarthritis verlangsamen oder vielleicht auch in Kombination mit Vitamin D verhindern kann, müssen zukünftige Untersuchungen erst zeigen.

 

Text: Dr. med. Jürgen Hower, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin 
Neogi, T et al. Low vitamin k status is associated with osteoarthritis in the hand and knee. Arthritis Rheum 2006 Apr; 54(4): 1255-61
Oka, H et al. Association of low dietary vitamin K intake with radiographic knee osteoarthritis in the Japanese elderly population: dietary survey in a population-based cohort of the ROAD study. J Orthop Sci 2009 Nov; 14(6): 687-92
Misra, D et al. Vitamin K deficiency is associated with incident knee osteroarthritis. Am J Med 2013 Mar; 126(3): 243-8
Shea, MK et al. The association between vitamin K status and knee osteoarthritis features in older adults: The Health, Aging and Body Composition Study. Osteoarthritis Cartilage 2015 Mar; 23(3): 370-8

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