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Vitamin K1 und Vitamin D sind unabhängig voneinander und synergistisch mit dem Hüftfraktur-Risiko verbunden

Die Häufigkeit von Hüftfrakturen hängt mit den örtlichen Umständen und dem Lebensalter zusammen. In Oslo hat die Hüftfraktur-Rate linear zwischen 1950 und 1982 um das fünffache zugenommen. Die Ursache konnte bisher nicht geklärt werden. Da Vitamin D und Vitamin K eine wichtige Rolle im Knochenstoffwechsel spielen, haben norwegische Autoren jetzt untersucht, ob Vitamin K1 und Vitamin D unabhängig voneinander mit einem erhöhten oder erniedrigten Hüftfraktur-Risiko verbunden sind. Hierzu wurden Vitamin K1, Vitamin D (25(OH)D) und Osteocalcin bei Patienten, die wegen einer Hüftfraktur in Oslo stationär aufgenommen wurden, untersucht und mit Kontroll-Patienten verglichen.
Im Ergebnis konnte, synergistisch und unabhängig voneinander, ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Vitamin D- und Vitamin K1-Spiegel und dem Risiko einer Hüftfraktur nachgewiesen werden. Die Autoren empfehlen, zukünftige Interventionsstudien für beide Vitamine durchzuführen.

Kommentar: Die Osteoporose ist ein gesundheitliches Problem einer alternden Bevölkerung, die mit einer erhöhten Knochenbrüchigkeit vor allem im Bereich der Hüfte, der Wirbelsäule und der Handgelenke einhergeht. Die meisten Hüftgelenksfrakturen treten in den Industrieländern, Nord-Europa und in den USA, auf, die wenigsten in Latein-Amerika und Afrika. Kuwait, Iran, China und HongKong liegen etwa dazwischen. Sowohl in den USA wie auch in Europa nimmt die Häufigkeit der Hüftgelenksfrakturen von Norden nach Süden ab. Als relevante Einflussfaktoren werden die Demographie der Bevölkerung (mehr ältere Menschen), der Breitengrad (weniger Sonnenlicht) und die Ethnie (Hautfarbe) neben wahrscheinlich weiteren Einflussfaktoren (z.B. Ernährung) angesehen. Wie kann eine Osteoporose verhindert oder vermindert werden? Die Studie von Torbergsen et al. zeigt, dass nicht nur Vitamin D, sondern auch Vitamin K, unabhängig von Vitamin D, das Hüftgelenksfraktur-Risiko beeinflussen. Vitamin K ist essentieller Co-Faktor bei der Carboxylierung der Gla-Proteine. Gla-Proteine, vor allem das Osteocalcin, gelten als Marker für den Vitamin K-Status des Knochens. Kinder und Erwachsene über 40 Jahren weisen die höchsten Werte an unter-carboxyliertem Osteocalcin auf, was auf einen gewebespezifischen Vitamin K-Mangel und eine Störung der Knochenbildung hinweist. Die in Europa empfohlene Tagesdosis für Vitamin K (Phyllochinon) basiert auf der ausreichenden Synthese von Gerinnungsfaktoren und beträgt 75µg. Bei dieser empfohlenen Tagesdosis werden aber immer noch hohe extra-hepatische Konzentrationen an unter-carboxylierten Gla-Proteinen im Blut gefunden. Weitere Studien werden zeigen müssen, ob es zur Prävention der Osteoporose nötig sein wird, nicht nur Vitamin D, sondern auch Vitamin K zu supplementieren. JH

Text: Dr. med. Jürgen Hower, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin
Quelle: Torbergsen, AC et al. Vitamin K1 and 25(OH)D are independently and synergistically associated with a risk for hip fracture in an elderly population: A case control study. Clin Nutr 2015 Feb; 34(1): 101-106
Theuwissen, E et al. Vitamin K status in healthy volunteers. Food Funct 2014 Feb; 5(2):229-234

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