Wie verändert sich das Verhalten, wenn Menschen mit dem Rauchen aufhören?

Rauchen ist eine der Hauptursachen für einen vermeidbaren frühen Tod. Schätzungen belaufen sich auf etwa 5 Millionen mit dem Rauchen assoziierte, weltweite Todesfälle pro Jahr. Die aktuellen Schätzungen lassen einen weiteren Anstieg befürchten. Die durch den Tabak-Konsum weltweit verursachten Kosten belaufen sich in die Milliarden. Rauchen ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für Krebs, kardio-vaskuläre und Atemwegs-Erkrankungen. Während die körperlichen Auswirkungen des Tabakkonsums seit langem bekannt sind, wurden bisher die Auswirkungen auf die geistige Gesundheit noch nicht systematisch untersucht, was die Autoren mit ihrer aktuellen Studie nachholen wollen.

Die Autoren haben nach observationalen Longitudinal-Studien in den verfügbaren Datenbanken gesucht, in denen die mentale Gesundheit Erwachsener, bevor sie mit dem Rauchen aufgehört hatten und wenigstens 6 Wochen, nachdem sie mit dem Rauchen aufgehört hatten, untersucht worden war.

In die Auswertung konnten 26 Studien übernommen werden, in denen über einen Fragebogen Angst, Depressionen, beide gemischt, Lebensqualität, Stimmung und die gefühlte Stress-Belastung gemessen wurden. In einer Follow-up-Befragung 7 Wochen bis zu 9 Jahre später, wurde der Grad der mentalen Gesundheit erneut gemessen. Angst, Depressionen, beide gemischt und Stress verbesserten sich nach der Aufgabe des Rauchens (Angabe in standardisierter mittlerer Differenz) wie folgt: Die Differenz für Angst ergab -0,37 (95% KI-Konfidenzintervall- -0,70-0,03), für Depression -0,25 (95% KI -0,37-0,12), für beide -0,31 (95% KI -0,47 -0,14), für Stress -0,27 (95% KI -0,40-0,13). Auch die empfundene Lebensqualität und die Grundstimmung verbesserten sich bei denen, die zwischen der ersten und zweiten Befragung mit dem Rauchen aufgehört hatten um 0,22 (95% KI 0,09-0,36) und 0,40 (95% KI -0,09-0,71).

Schlussfolgerungen: Mit dem Rauchen aufhören reduziert Angst, Depressionen und Stress und führt zu einer besseren allgemeinen Stimmung und damit auch zu einer besseren Lebensqualität. Die Wirkgröße scheint gleich oder größer zu sein als bei einer anti-depressiven Behandlung wegen Gemüts- und Angststörungen.

Obwohl viele Raucher glauben, dass Rauchen die mentale Gesundheit eher fördert, belegen Studien das Gegenteil. Raucher mit mentalen Problemen scheinen, auch abhängiger zu sein als solche ohne Probleme. Raucher erfahren Reizbarkeit, Angst und Depressionen, wenn sie länger nicht geraucht haben. Diese Gefühle erfahren durch Tabak-Konsum eine verlässliche Erleichterung, was zu der falschen Wahrnehmung eines psychologischen Nutzens führt. Es ist aber das Rauchen selbst, was zu diesen psychischen Störungen führt. Es ist nie zu spät, mit dem Rauchen aufzuhören.

Text: Dr. med. Jürgen Hower, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin
Quelle: Taylor, G et al. Change in mental health after smoking cessation: systematic review and meta-analysis. BMJ Feb 12; 348:g1151

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