Eine Schwangerschaft dauert von der Befruchtung bis zur Geburt des Kindes im Durchschnitt 267 Tage (= 40 Schwangerschaftswochen). Das erste auffällige Anzeichen ist das Ausbleiben der Menstruation – da liegt die Befruchtung jedoch schon mindestens 14 Tage zurück. Während der Schwangerschaft (medizinisch Gravidität genannt) stellen sich alle Organsysteme der werdenden Mutter auf die Versorgung des wachsenden Kindes ein. Das Blutvolumen nimmt zu, die Blutgefäße erweitern sich, der Druck auf die Venen steigt, was mitunter zu Krampfadern führt. Jetzt muss die Schwangere auf ausreichende Versorgung mit Eisen, Jod und Mineralstoffen achten. Wichtig ist auch – vor allem in der Frühschwangerschaft – die Zufuhr von Folsäure. Frauen mit Kinderwunsch empfiehlt man deshalb, schon vor der Empfängnis ca. 0,4 mg Folsäure täglich als Nahrungsergänzung einzunehmen, damit sich der Fötus gesund entwickelt.
Mit diesen Beschwerden sollten Sie rechnen:
- Übelkeit und Erbrechen treten besonders in den ersten drei Monaten auf.
- Sodbrennen und Verstopfung, auf keinen Fall stark wirksame Abführmittel einnehmen, sie könnten Wehen auslösen!
- Niedriger Blutdruck äußert sich in Müdigkeit, Kopfschmerzen und Schwäche.
- Erhöhtes Schlafbedürfnis und Schlafstörungen.
- Häufiger Harndrang entsteht durch den Druck des Ungeborenen auf die Blase.
- Rückenschmerzen treten vermehrt in den letzten Monaten der Schwangerschaft auf, hier hilft sanfte Gymnastik, um die Bänder zu stärken.
Nehmen Sie unbedingt die Termine zur Schwangerschaftsvorsorge wahr und informieren Sie Ihren Frauenarzt über Ihre Beschwerden. Er kann Ihnen geeignete Maßnahmen empfehlen oder Medikamente verschreiben.
Durch die Bauchwand kann das Baby Stimmen und Berührungen frühzeitig wahrnehmen. Schon jetzt können Sie zu ihm eine Beziehung aufbauen.
So entwickelt sich das Kind:
Etwa am 7. Tag nach der Empfängnis nistet sich die befruchtete Eizelle in die Gebärmutter ein. Gleichzeitig entwickeln sich der Mutterkuchen (Plazenta) und die Eihäute, welche die Fruchtblase bilden. Das Ungeborene schwimmt geschützt im Fruchtwasser und ist durch die Nabelschnur mit dem Mutterkuchen verbunden. Schon in der 4. Woche beginnen Kopf und Herz sich herauszubilden. Das Geschlecht ist ab der 8. Woche erkennbar. Am Ende der 12. Woche sind alle Organe in der Anlage vorhanden. In den ersten drei Monaten ist der Embryo gegenüber äußeren Einflüssen sehr empfindlich. Seien Sie deshalb sehr vorsichtig, z. B. mit Medikamenten oder heftigen Sportarten, und meiden Sie Menschen mit evtl. ansteckenden Krankheiten. Ab der 18. bis 20. Woche spürt die Schwangere die ersten Bewegungen des Kindes. Sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin beginnt der Mutterschutz: Die Kliniktasche sollte dann schon gepackt sein für den Fall, dass die Geburt eher als erwartet beginnt. Wird der Geburtstermin überschritten, sind sehr engmaschige Kontrollen beim Arzt nötig, um sicherzustellen, dass das Kind noch ausreichend versorgt wird. Im Zweifelsfall wird die Geburt eingeleitet.