Kleine Patienten, große Unterschiede: Erkältung bei Kindern

Bei Kindern muss sich das Immunsystem erst noch voll entwickeln. Außerdem haben Kindergarten- und Schulkinder durch den engen Kontakt untereinander ein erhöhtes Ansteckungsrisiko. Deshalb sind sie häufiger und oftmals heftiger und länger erkältet als Erwachsene.

Aber auch bei der Behandlung einer Erkältung unterscheiden sich kleine und große Patienten voneinander. Viele Medikamente wirken bei Kindern anders oder können unter Umständen sogar gefährlich sein. Deshalb Vorsicht bei der Behandlung auf eigene Faust. Im Zweifel sollten Sie vorher Ihren Kinderarzt fragen.

So ist zum Beispiel in vielen Säften oder Tropfen Alkohol enthalten, den Kinder auf keinen Fall bekommen dürfen. Lesen Sie gründlich die Packungsbeilage oder sprechen Sie Ihren Apotheker darauf an.

Auch ein weit verbreitetes Hausmittel, das bei Erwachsenen gute Dienste tut, dürfen Sie bei Kindern nicht anwenden: Ätherische Öle (Menthol, Kampfer etc.) zum Inhalieren oder Brusteinreiben können bei Säuglingen und Kleinkindern die Atemwege reizen oder sogar einen Kehlkopfkrampf auslösen.

Sehr zu empfehlen dagegen ist, verstopfte Kindernasen frühzeitig mit einem speziellen abschwellenden Nasenspray für Kinder oder mit physiologischer Kochsalzlösung (9 Gramm Salz auf 1 Liter Wasser) zu behandeln. Denn Kinder können noch nicht so koordiniert schnäuzen wie Erwachsene. Außerdem ist der Verbindungsweg zwischen Ohren und Nase bei ihnen noch nicht voll ausgebildet, so dass aus einer Schnupfennase schnell eine schmerzhafte Mittelohrentzündung werden kann.

 

Ein weiteres Symptom, das Sie besonders im Auge behalten sollten, ist Fieber. Dass die kindliche Körpertemperatur bei Erkältungen oft schneller ansteigt als bei Erwachsenen, ist normal. In seltenen Fällen kann es aber zu sogenannten Fieberkrämpfen kommen, die sehr gefährlich sind. Beobachten Sie das Fieber deshalb genau und rufen Sie im Zweifelsfall den Arzt.

Übrigens sollte man auch Kinder ruhig abhärten, um Erkältungen vorzubeugen. Dazu gehört, sie in der Übergangszeit und im Winter nicht übertrieben warm anzuziehen und das Immunsystem mit Wechselduschen oder kaltem Abreiben des Oberkörpers zu stärken. Das ist bei Kindern zwar nicht sonderlich beliebt, führt aber auf Dauer zu weniger Infektionen.