Idealerweise liegt die Verantwortung für die Empfängnisverhütung bei beiden Partnern. Die meisten Verhütungsmittel (Kontrazeptiva) setzen in ihrer Wirksamkeit aber bei der Frau an. Man unterscheidet hormonelle, mechanische, chemische und natürliche Methoden. Ihre Sicherheit wird mit dem Pearl-Index gemessen.
Hormonelle Kontrazeptiva
Neben der Antibabypille stehen weitere Hormonpräparate zur Verfügung, die alle als zuverlässig empfängnisverhütend gelten:
Die Spirale (IUP) ist das zweithäufigste Verhütungsmittel in Deutschland. Sie wird in die Gebärmutter eingesetzt, in der sie 3 bis 5 Jahre bleiben kann. Ihre Wirkung besteht in der Abgabe von Gestagen (bzw. Kupfer). Dadurch verändert sich die Schleimhaut der Gebärmutter, sodass die Einnistung der Eizelle unmöglich wird. (Pearl-Index: Hormon-IUP 0,02, Kupfer-IUP 0,2 – 2)
Das Gestagenstäbchen wird unter die Haut am Oberarm eingepflanzt. Es setzt nun kontinuierlich Gestagen frei, das ähnlich wie bei der Pille den Eisprung unterdrückt. (Pearl-Index 0,05)
Der Vaginalring gibt eine feste Kombination von Östrogen und Gestagen ab. Er wird selbstständig eingeführt, verbleibt drei Wochen in der Scheide und wird dann für eine Woche entfernt, woraufhin eine Entzugsblutung einsetzt. Die Nebenwirkungen sind gering. (Pearl-Index 0,65)
Das Verhütungspflaster wird auf eine beliebige Stelle der Haut geklebt und gibt dort die Hormone Östrogen und Gestagen ab. Nach sieben Tagen muss es durch ein neues ersetzt werden. (Pearl-Index 0,88)
Mechanische Methoden
Das Kondom wird vor dem Geschlechtsakt über den erigierten Penis gestreift und nimmt die Samenflüssigkeit auf. Gleichzeitig schützt es vor sexuell übertragbaren Krankheiten wie AIDS und Hepatitis. Die Sicherheit ist von der richtigen Anwendung abhängig. (Pearl-Index 4 – 5)
Das Diaphragma besteht aus einem Gummiring, über den eine Kunststoffhaut gewölbt ist. Es wird vom Frauenarzt individuell angepasst. Vor dem Geschlechtsverkehr wird es mit samenabtötender Creme bestrichen und dann in die Scheide vor den Muttermund eingelegt. (Pearl-Index 2 – 4)
Die Portiokappe funktioniert ähnlich wie ein Diaphragma, nur sitzt sie direkt vor dem Muttermund. (Pearl-Index 7)
Chemische Methoden
Zu den chemischen Methoden zählt die Anwendung von samenabtötenden Zäpfchen, Sprays oder anderen Formen. Sie werden direkt vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt, um die Spermien abzutöten. Vorsicht, wenn Sie zusätzlich Kondome benutzen! Nicht alle Sorten vertragen sich mit chemischen Verhütungsmitteln. (Pearl-Index 12 – 20)
Natürliche Methoden
Da die Empfängnis auf die Tage vor und während des Eisprungs begrenzt ist, kann die Frau durch Selbstbeobachtung die unfruchtbare Zeit bestimmen. Ein regelmäßiger Zyklus, die Bereitschaft zu gewissenhafter Durchführung sowie die Kooperation des Partners sind Voraussetzung.
Die Kalendermethode nach Knaus-Ogino berechnet die fruchtbare Zeit folgendermaßen: Anzahl der Tage des kürzesten Zyklus minus 18 bis Anzahl der Tage des längsten Zyklus minus 10. (Pearl-Index 15 – 40)
Die Messung der Basaltemperatur. (Pearl-Index 0,8 – 3)
Der Hormoncomputer misst anhand eines Urinteststreifens den Hormonspiegel und bestimmt so die fruchtbaren Tage. (Pearl-Index ca. 6)
Beim Coitus interruptus wird der Penis kurz vor dem Samenerguss aus der Scheide gezogen. Der Erfolg dieser Methode hängt von der Disziplin des Mannes ab. (Pearl-Index 8 – 38)
Sterilisation
Eine Sterilisation ist nur schwierig rückgängig zu machen. Bei der Frau erfolgt sie über eine Bauchspiegelung, bei der die beiden Eileiter durchtrennt werden. (Pearl-Index unter 1) Beim Mann werden die beiden Samenleiter durchtrennt, sodass die Spermien nicht mehr in das Ejakulat (Erguss) gelangen. Nach der Sterilisation des Mannes sollte man noch 4 bis 6 Monate andere Verhütungsmethoden anwenden. (Pearl-Index 0,1 – 0,3)