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Verstanden

Arzneimittel gegen Bluthochdruck

Blutdrucksenkende Mittel heißen Antihypertensiva. Sie sind rezeptpflichtig, das heißt, sie müssen vom Arzt verordnet werden. Ihr Arzt sucht das am besten geeignete Arzneimittel für Sie aus. Häufig sind Kombinationen verschiedener Präparate sinnvoll. Diese verstärken sich gegenseitig in ihrer Wirkung. Das Ziel ist es, den Blutdruck zu normalisieren, Nebenwirkungen aber möglichst zu vermeiden. Da diese Medikamente individuell sehr unterschiedlich wirken, müssen eventuell mehrere ausprobiert werden. Sprechen Sie Ihren Arzt auf alle ungewohnten und unangenehmen Reaktionen an. Nur so lässt sich das richtige Präparat für Sie finden.

Eine Übersicht der wichtigsten Medikamente

Ace-Hemmer

ACE-Hemmer (Angiotensin-Conversions-Enzym-Hemmer) vermindern die Aktivität eines bestimmten Enzyms. Es ist für die Umwandlung einer Substanz verantwortlich, die die Gefäße verengt. Indem dieses Enzym gehemmt wird, erweitern sich die Arterien. So sinkt der Blutdruck und das Herz wird entlastet.

Angiotensin-II-Rezeptor –Antagonisten (Sartan E), Renin-Inhibitoren

Diese Medikamentengruppe wirkt ähnlich wie die ACE-Hemmer: Sie hemmen das gefäßverengende Angiotensin II.

Betablocker

Diese Medikamentengruppe bremst die Überaktivität des sympathischen Nervensystems. Das Blut wird mit weniger Druck in den Kreislauf gepumpt. So sinken Blutdruck und Herzfrequenz.

 

Calcium-Antagonisten

Calcium-Antagonisten wirken entspannend auf die Gefäßwandmuskulatur.

Diuretika

Diuretika wirken harntreibend und entwässernd. So werden mehr Elektrolyte (z. B. Kochsalz) und Wasser über die Nieren ausgeschieden. Damit nimmt das Blutvolumen ab – und der Blutdruck sinkt. Oft werden Medikamente verschiedener Medikamentengruppen kombiniert, um die Wirksamkeit zu erhöhen – und um die Zahl der Tabletten pro Tag zu reduzieren.

Weitere Maßnahmen zur Blutdrucksenkung

Renale Denervation

Wenn der Blutdruck trotz Kombination aller Medikamente dauerhaft erhöht ist, kann durch ein Katheterverfahren die Nerven der Nierenarterien beeinflusst werden: Über die Leistenschlagader wird ein Katheter in die Nierenschlagader eingeführt. Dann werden die umliegenden Nerven stillgelegt – und dadurch der Blutdruck gesenkt.

Wichtig: die regelmäßige Einnahme

Das bestmögliche Therapieschema kann nur durch eine gute Zusammenarbeit zwischen Arzt und Patient gefunden werden. Bitte halten Sie deshalb unbedingt die Vorgaben Ihres Arztes ein – sonst gefährden Sie den gewünschten Therapieerfolg.

Antihypertensiva müssen regelmäßig eingenommen werden. Selbst wenn Sie nur einen Tag aussetzen, kann der Blutdruck wieder ansteigen – mit allen negativen Folgen. Suchen Sie sich eine Gedächtnisstütze, um an die Medikamente zur richtigen Zeit zu denken. Eine Tablettenbox leistet hier gute Dienste. Auch Handytimer, digitale Nachrichten oder Uhren mit Signalton erinnern an die Einnahme. Probieren Sie aus, was am besten zu Ihnen passt.

Trotz Sport und Ernährungsumstellung in vielen Fällen unumgänglich: die individuell abgestimmte medikamentöse Behandlung von Bluthochdruck.

Trotz Sport und Ernährungsumstellung in vielen Fällen unumgänglich: die individuell abgestimmte medikamentöse Behandlung von Bluthochdruck.

Die Bluthochdruckbehandlung ist in den meisten Fällen eine Dauerbehandlung. Sie müssen sich darauf einstellen, die Medikamente ein Leben lang einzunehmen. Bitte setzen Sie die verschriebenen Arzneimittel nicht eigenmächtig ab, wenn Ihre Blutdruckwerte wieder im Normbereich sind. Durch den „Umkehrmechanismus“ (Rebound-Phänomen) kann es dann zu gefährlichen Komplikationen kommen. Fragen Sie Ihren Arzt und handeln Sie nicht auf eigene Faust. 

Bluthochdruck ist eine Krankheit, die trotz körperlichen Wohlbefindens unsere Gesundheit massiv beeinträchtigen kann. Deshalb: Machen Sie Ihre Medikamente zu „Partnern fürs Leben“.

Die möglichen Nebenwirkungen von Blutdrucksenkern

Wenn der Blutdruck nach Therapiebeginn auf die gewünschten Werte sinkt, haben viele Patienten das Gefühl eines zu niedrigen Blutdrucks. Das liegt daran, dass sich die Rezeptoren im Gehirn an den dauernden Hochdruck gewöhnt haben und nun einige Wochen oder Monate brauchen, um sich umzustellen. Die Beschwerden wie Müdigkeit, leichter Schwindel oder Kopfschmerzen sind aber harmlos und verschwinden recht bald. Sie sind kein Grund, die Therapie abzubrechen.

Die blutdrucksenkenden Medikamente sind meist gut verträglich. Doch selbst wenn eine oder mehrere Nebenwirkungen auftreten: Sie sind harmlos im Vergleich zu den möglichen Gefahren eines nicht behandelten Bluthochdrucks. Fragen Sie Ihren Arzt, wenn Sie starke Nebenwirkungen spüren. Er kann Ihnen eventuell andere Medikamente verschreiben, die Sie besser vertragen.

 

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