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Verstanden

Cholesterin-Grenzwerte - Was Sie über die Laboruntersuchungen zur Diagnose wissen sollen.

Das Risiko, an einer Fettstoffwechselstörung zu erkranken, die unbehandelt schwerwiegende Folgen für Ihre Gesundheit nach sich ziehen kann, hängt nicht an einem einzigen Cholesterinwert. Es kommt vor allem auf LDL und HDL, auf den Triglycerid-Wert und die Gesamtkonstellation aller Fettwerte an. Deshalb ist es wichtig, dass Sie den Arzt nach den Werten für die verschiedenen Bestandteile fragen. Wir zeigen Ihnen auf dieser Seite Ziel- und Grenzwerte für die Cholesterineinstellung.

Bedenken Sie zudem, dass neben den Werten weitere individuelle Risikofaktoren, wie Vererbung, Alter, Diabetes, Rauchen, Übergewicht oder Bewegungsmangel, eine entscheidende Rolle für mögliche Fettstoffwechselstörungen spielen.

Cholesterin-Check auch bei Kindern

Herz-Kreislauf-Erkrankungen treten zwar überwiegend in den mittleren Lebensjahren auf, doch wer Risikofaktoren wie Übergewicht frühzeitig wahrnimmt und entsprechend durch eine gesunde Lebens- und Ernährungsweise gegensteuert, kann späteren Erkrankungen vorbeugen. Lassen Sie daher auch den Cholesterinwert Ihres Kindes bestimmen – vor allem, wenn in Ihrer Familie Hinweise auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorliegen, z. B. ein Herzinfarkt oder Schlaganfall. Für den Test reicht bereits ein Tropfen Blut aus der Fingerkuppe oder dem Ohrläppchen.

Laborwerte verstehen

Wie läuft eine Cholesterin-Untersuchung ab?

Für die Diagnose ist die Blutabnahme das Mittel erster Wahl. Diese geschieht in aller Regel morgens auf nüchternen Magen bei Ihrem Hausarzt. Aus dieser Blutprobe werden im Labor die verschiedenen Werte bestimmt.

Gesamtcholesterin

Liegt das Gesamtcholesterin unter 200 mg/dl (5,2 mmol/l), sind Sie Nichtraucher und gibt es in Ihrer Familie keine Hinweise auf das Vorhandensein von Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor dem 65. Lebensjahr, liegt der Wert in einem günstigen Bereich. Überprüfen Sie dann Ihren Gesamtcholesterinwert etwa alle zwei Jahre, sofern Sie Ihre derzeitigen Lebens- und Ernährungsgewohnheiten beibehalten.

Krankenkassen zahlen Vorsorgeuntersuchungen

Ab dem 35. Lebensjahr können Sie Ihr Gesamtcholesterin alle zwei Jahre ohne Zuzahlung untersuchen lassen – nutzen Sie diese Vorsorgeuntersuchung! Sofern ein familiäres Risiko besteht, übernimmt die Kasse die Kosten bereits bei der J1-Untersuchung, also für Jugendliche zwischen 12 und 14 Jahren.

Wenn die Cholesterinwerte bei der ersten Blutuntersuchung außerhalb der Norm liegen, sind mindestens zwei Kontrolluntersuchungen zu empfehlen, die diese Werte bestätigen. Erst danach sollten Sie mit Ihrem Arzt ein Behandlungskonzept wie Ernährungsumstellung oder Medikamenteneinnahme vereinbaren.

LDL, das schlechte Cholesterin

Der LDL-Wert zeigt Ihnen an, wie viel gefäßschädigendes Cholesterin in Ihrem Blut vorhanden ist. Ob er bedenklich hoch ist, hängt auch von anderen Risikofaktoren ab (Angaben laut Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen DG FF (Lipid-Liga)):

  • Wenn höchstens ein bekannter Risikofaktor vorliegt, sollte der LDL-Wert unter 160 mg/dl (4,2 mmol/l) liegen.
  • Wenn neben Ihrem erhöhten Cholesterinwert weitere Risikofaktoren vorhanden sind, sollte er nicht über 130 mg/dl (3,4 mmol/l) liegen.
  • Nach vorangegangenem Herzinfarkt oder ischämischem Schlaganfall, bei bestehendem Diabetes mellitus und/oder anderen Risikofaktoren in Bezug auf das Gefäßsystem sollte der Wert 100 mg/dl (2,6 mmol/l) bzw. bei sehr hohem Risiko sogar 70 mg/dl (1,8 mmol/l) nicht überschreiten.

Wichtig! Eine deutliche Senkung des LDL-Cholesterins ist allein durch eine Ernährungsumstellung meist nicht möglich – hier benötigen Sie in der Regel Medikamente.

HDL, das gute Cholesterin

Der HDL-Wert gibt Auskunft über die Konzentration des sogenannten guten Cholesterins. Je höher dieser ist, desto besser – Ärzte empfehlen mindestens 40 mg/dl (1,03 mmol/l).

Triglyceride

Triglycerid-Werte unter 150 mg/dl (1,7 mmol/l) sind wünschenswert – dieser Wert gilt unabhängig von den Risikofaktoren, also auch für Diabetiker.

Einen zu hohen Triglycerid-Wert können Sie senken, indem Sie sich körperlich bewegen Ihre Ernährung umstellen und Übergewicht reduzieren. Insbesondere der Verzicht auf Alkohol, Zucker in jeder Form, schnell resorbierbare Kohlenhydrate und fettreiche Kost wirkt sich günstig auf den Triglycerid-Spiegel im Blut aus.

Achtung: Triglycerid-Werte über 1.000 mg/dl (11,3 mmol/l) sind gefährlich. Hier könnte eine akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse vorliegen, die Sie medikamentös behandeln lassen müssen.