Hilfe aus der Apotheke

Im Gegensatz zur echten Grippe gibt es leider keine Medikamente, die direkt gegen Erkältungsviren wirken. Verschiedene Arzneimittel können aber die Beschwerden lindern oder heilen. Die meisten können Sie ohne Rezept in Ihrer Apotheke kaufen. Fragen Sie Ihre Apothekerin, Ihren Apotheker um Rat. Sie/er berät Sie gerne.

Bei Schnupfen

Damit Sie wieder Luft bekommen, muss die Nasenschleimhaut abschwellen. Das bewirken Nasensprays, -tropfen oder -gele (z. B. Nasengel AL, Nasenspray AL, Nasentropfen AL). Da sie aber auf Dauer die Schleimhaut schädigen können, sollten Sie sie nicht länger als 1 Woche ununterbrochen anwenden. Eine Alternative sind Kochsalzlösungen. Medizinisch gut untersucht ist auch die Wirksamkeit einiger pflanzlicher Präparate.

Bei Husten

Husten ist eine natürliche Abwehrreaktion des Körpers. Insbesondere Husten mit Auswurf sollte daher nicht medikamentös unterdrückt werden. Hustenstillende Medikamente sollten nur bei trockenem Reizhusten ohne Auswurf eingesetzt werden. Abends eingenommen, ermöglichen sie einen erholsamen Schlaf.

Bei Husten mit Auswurf kommen schleimlösende Medikamente wie Acetylcystein (z.B. NAC AL) oder Ambroxol (z.B. Ambroxol AL) in Frage. Sie verflüssigen das Sekret und erleichtern das Abhusten. Für einige pflanzliche Präparate mit Wirkstoffen wie Myrthol, Thymian/Efeu und Thymian/Primelwurzeln liegen Studienergebnisse vor, die eine leichte Linderung der Beschwerden nachweisen. 

Bei Halsschmerzen

Sprays oder Tabletten zum Lutschen wirken leicht schmerzlindernd und entzündungshemmend und regen die Speichelproduktion an.

Bei Kopf- und Gliederschmerzen

Bekannt und bewährt ist der Wirkstoff Ibuprofen (z.B. Ibuprofen AL). Er hilft bei fiebrigen Erkältungen und bei Schmerzen. Für Kinder und Menschen mit empfindlichem Magen ist dagegen Paracetamol (z.B. Paracetamol AL) besser geeignet; es wirkt ebenfalls gegen Schmerzen und Fieber.

Generell gilt: Schmerzmittel sollten Sie ohne ärztlichen Rat nicht länger als vier Tage einnehmen. Dauern die Schmerzen dann immer noch an, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt.

Bei Fieber

Fieber ist ein sinnvoller Abwehrmechanismus des Körpers. Deshalb sollten Sie es nur in Ausnahmefällen senken, zum Beispiel, wenn die Temperatur zu stark ansteigt. Die Einnahme von Ibuprofen oder Paracetamol ist erst ab 38,5° C ratsam. Dauern die Krankheitssymptome mehrere Tage unverändert an, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Zinkmangel ausgleichen – Immunsystem stärken!

Mit der kalten Jahreszeit drohen wieder vermehrt Erkältungskrankheiten. Ein intaktes Immunsystem ist in dieser Zeit besonders wichtig. Voraussetzung dafür ist eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Spurenelementen. Zink kommt hierbei eine besondere Bedeutung zu, da es für die Aktivität zahlreicher Immunzellen essenziell ist. Eine Zink-Substitution kann einem Mangel entgegenwirken.

Kleine Patienten, große Unterschiede: Erkältung bei Kindern

Bei Kindern muss sich das Immunsystem erst noch voll entwickeln. Außerdem haben Kindergarten- und Schulkinder durch den engen Kontakt untereinander ein erhöhtes Ansteckungsrisiko. Deshalb sind sie häufiger und oftmals heftiger und länger erkältet als Erwachsene.

Aber auch bei der Behandlung einer Erkältung unterscheiden sich kleine und große Patienten voneinander. Viele Medikamente wirken bei Kindern anders oder können unter Umständen sogar gefährlich sein. Deshalb Vorsicht bei der Behandlung auf eigene Faust. Im Zweifel sollten Sie vorher Ihren Kinderarzt fragen.

So ist zum Beispiel in vielen Säften oder Tropfen Alkohol enthalten, den Kinder auf keinen Fall bekommen dürfen. Lesen Sie gründlich die Packungsbeilage oder sprechen Sie Ihren Apotheker darauf an.

Auch ein weit verbreitetes Hausmittel, das bei Erwachsenen gute Dienste tut, dürfen Sie bei Kindern nicht anwenden: Ätherische Öle (Menthol, Kampfer etc.) zum Inhalieren oder Brusteinreiben können bei Säuglingen und Kleinkindern die Atemwege reizen oder sogar einen Kehlkopfkrampf auslösen.

Sehr zu empfehlen dagegen ist, verstopfte Kindernasen frühzeitig mit einem speziellen abschwellenden Nasenspray für Kinder oder mit physiologischer Kochsalzlösung (9 Gramm Salz auf 1 Liter Wasser) zu behandeln. Denn Kinder können noch nicht so koordiniert schnäuzen wie Erwachsene. Außerdem ist der Verbindungsweg zwischen Ohren und Nase bei ihnen noch nicht voll ausgebildet, so dass aus einer Schnupfennase schnell eine schmerzhafte Mittelohrentzündung werden kann.

Ein weiteres Symptom, das Sie besonders im Auge behalten sollten, ist Fieber. Dass die kindliche Körpertemperatur bei Erkältungen oft schneller ansteigt als bei Erwachsenen, ist normal. In seltenen Fällen kann es aber zu sogenannten Fieberkrämpfen kommen, die sehr gefährlich sind. Beobachten Sie das Fieber deshalb genau und rufen Sie im Zweifelsfall den Arzt.

Übrigens sollte man auch Kinder ruhig abhärten, um Erkältungen vorzubeugen. Dazu gehört, sie in der Übergangszeit und im Winter nicht übertrieben warm anzuziehen und das Immunsystem mit Wechselduschen oder kaltem Abreiben des Oberkörpers zu stärken. Das ist bei Kindern zwar nicht sonderlich beliebt, führt aber auf Dauer zu weniger Infektionen.

Ein Wort zu Antibiotika

Gegen eine Erkältung, aber auch gegen eine echte Grippe hat der Einsatz von Antibiotika meist keinen Sinn. Denn beide Erkrankungen werden von Viren ausgelöst. Antibiotika aber sind nur gegen Bakterien wirksam, gegen Viren können sie nichts ausrichten.

Trotzdem kann es sein, dass Ihnen der Arzt bei einer Erkältung oder Grippe ein Antibiotikum verordnet, zum Beispiel bei einer bakteriellen Superinfektion: dann also, wenn zu der ursprünglichen viralen Infektion eine bakterielle hinzugekommen ist. Je nach Erkrankung wird Ihr Arzt aus den verschiedenen Antibiotika das richtige für Sie auswählen. Bitte halten Sie sich bei der Einnahme genau an seine Anweisungen, da das Medikament sonst nicht richtig wirken kann und sich Resistenzen bilden können.

Mithilfe des Antibiotika-Passes können Sie ganz einfach nachvollziehen, was Sie bei der Einnahme zu beachten haben.