Die sogenannten oralen Ovulationshemmer sind meist eine Kombination aus Östrogenen und Gestagenen. Sie verhindern den Eisprung und wirken sich gleichzeitig auf die Schleimflüssigkeit im Gebärmutterhals aus, sodass die Samenzellen nicht weiter vordringen können. Gleichzeitig wird die Gebärmutterschleimhaut nur unzureichend aufgebaut, damit sich kein Ei einnisten kann. Die heute am häufigsten verordneten Präparate sind Einphasenpräparate, die während des gesamten Einnahmezyklus eine gleichbleibende Menge an niedrig dosierten Östrogenen und Gestagenen zuführen. Man nennt sie auch Mikropillen. Pearl-Index 0,2 – 0,5 Es gibt aber auch Mehrphasen- bzw. Sequenzpräparate, bei denen sich die Hormonzusammensetzung verändert. So enthalten Zweiphasenpräparate in der ersten Packungshälfte weniger Gestagene als in der zweiten. Diese Art von Ovulationshemmer enthält meist eine etwas höhere Hormondosis als die Mikropille. Pearl-Index 0,2 – 0,7.
Generell werden diese Arten der Pille 21 Tage eingenommen. Dann folgt eine 7-tägige Pause, in der es zur Abbruchblutung kommt.
Manche Pillen sind auch für den „Langzyklus“ geeignet. Sie werden über 3 Monate eingenommen und die Pause bzw. Abbruchblutung erfolgt nur ca. viermal im Jahr. Die früher auch Minipille genannte östrogenfreie Pille enthält nur Gestagen. Sie wird kontinuierlich ohne Pause eingenommen. Die früheren Minipillen mit dem Wirkstoff Levonorgestrel (Pearl-Index 0,4 – 3) verfestigten lediglich den Schleim des Gebärmutterhalses, unterdrückten aber nicht den Eisprung. Deshalb müssen sie jeden Tag zur selben Zeit eingenommen werden.
Neue Präparate mit dem Wirkstoff Desogestrel verhindern auch den Eisprung und erlauben daher auch Abweichungen von mehreren Stunden. Ihr Pearl-Index ist mit dem der Mikropille vergleichbar. Prinzipiell gilt für jede Antibabypille, dass sie möglichst immer zur gleichen Tageszeit eingenommen werden sollte. So bleibt der Hormonspiegel im Körper konstant. Welche Pille für Sie in Frage kommt, entscheidet Ihr Frauenarzt ganz individuell. Es richtet sich nach Ihrem Zyklus, nach evtl. Menstruationsbeschwerden und – ganz wichtig – nach den Risikofaktoren wie z. B. Rauchen. Denn die Einnahme der Pille kann die Entwicklung von Thrombosen begünstigen und Embolien auslösen. Andererseits können Hautkrankheiten oder Haarausfall mit dem richtigen Präparat behoben werden.
Mitunter dauert die Suche nach der richtigen Pille mehrere Monate. Haben Sie Geduld und geben Sie nicht nach dem ersten Versuch auf. Informieren Sie Ihren Frauenarzt über alle Beschwerden, sodass er ein geeignetes Präparat auswählen kann. Generell sollten Sie nicht rauchen, wenn Sie sich für die Pille entscheiden.