Je früher bösartige Tumoren der Brust (medizinisch Mammakarzinome) entdeckt werden, desto besser sind die Heilungschancen. Nehmen Sie deshalb alle Vorsorgeuntersuchungen bei Ihrem Frauenarzt wahr und führen Sie einmal im Monat die Selbstuntersuchung durch. Bei Veränderungen gehen Sie bitte gleich zu Ihrem Arzt!
Diagnose:
Mittels einer Röntgenuntersuchung (Mammografie) lassen sich schon Tumoren von ca. 5 Millimeter Durchmesser erkennen. Ergänzend erfolgt oft eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie). Bei Verdacht auf Krebs wird eine Gewebeprobe entnommen (Biopsie), da nur sie Klarheit über Gut- oder Bösartigkeit des Knotens verschafft.
Behandlung:
Die wichtigste Maßnahme bei Brustkrebs ist die Entfernung des Tumors samt einer Schicht des umliegenden Gewebes sowie der benachbarten Lymphknoten. Vielfach kann die Operation brusterhaltend durchgeführt werden, hier erfolgt anschließend eine Strahlenbehandlung der operierten Brust. Ist der Tumor zu groß oder an mehreren Stellen aufgetreten, muss gegebenenfalls die gesamte Brust entfernt werden (Mastektomie). Einen immer größeren Stellenwert nimmt neben der Operation heute die systemische, d. h. die den ganzen Körper betreffende Therapie ein. So setzt man bei hormonempfindlichen Wucherungen Antiöstrogene ein. Sie blockieren die Bindungsstellen für Östrogene im Brustgewebe und verhindern damit das Wachstum eventuell verbliebener Mikrotumoren. Bei Frauen, die die Wechseljahre bereits überschritten haben, werden auch Aromatasehemmer mit ähnlicher Wirkung eingesetzt. Bei hormonunempfindlichen Tumoren, bei Befall der Lymphknoten oder besonders aggressiven Krebszellen erfolgt eine Chemotherapie mit Medikamenten, die das Zell- und Tumorwachstum hemmen (Zytostatika). Sie zerstören die sich teilenden Tumorzellen – schädigen dabei aber auch gesundes Gewebe. Mit Nebenwirkungen wie Blutbildungsstörungen, Störungen des Magen-Darm-Trakts, Hautproblemen sowie Haarausfall muss gerechnet werden. Eine weitere Behandlungsform ist die Therapie mittels eines spezifischen Antikörpers (Trastuzumab), der gezielt eine bestimmte Art von Brustkrebszellen angreifen und zerstören kann. Diese Art des Brustkrebses ist jedoch eher selten, weshalb die Methode nur für wenige Patientinnen geeignet ist. Denn nicht jede Brustkrebserkrankung ist gleich, und die einzelnen Tumorzellen unterscheiden sich in bestimmten biologischen Merkmalen wie z. B. der Oberflächenstruktur voneinander. Hier setzt die Forschung heute an. Man versucht, weitere spezifische Medikamente gegen die jeweiligen Tumorzellen zu entwickeln. Mittlerweile gibt es innerhalb von Studien schon weitere Wirkstoffe, die auf diesem immunologischen Ansatz beruhen.
Brust, Selbstuntersuchung:
Ab dem 20. Lebensjahr sollten Sie Ihre Brust einmal monatlich, am besten eine Woche nach Beginn der Menstruation, abtasten.
- Betrachten Sie mit nacktem Oberkörper Ihre Brüste, zunächst mit locker herabhängenden, danach mit erhobenen Armen. Fallen Ihnen Veränderungen auf? Sind die Brüste sehr unterschiedlich?
- Tasten Sie dann systematisch die gesamte Brust ab und lassen Sie keinen Bereich aus. Untersuchen Sie auch die Brustwarzen.
- Anschließend bitte die Achselhöhlen, das Gebiet zwischen Brust und Achsel und die Schlüsselbeingrube abtasten.
- Zum Schluss wiederholen Sie die Tastuntersuchung im Liegen. Falls Sie einen Knoten spüren, sollten Sie baldmöglichst Ihren Frauenarzt aufsuchen, um die Ursache herauszufinden.
Sollten Sie bei der Selbstuntersuchung Veränderungen an einer Brust feststellen, kontaktieren Sie möglichst bald Ihren Arzt.
Ein wesentlicher Risikofaktor für Brustkrebs ist Übergewicht und fehlende körperliche Aktivität. Ein gesunder Lebensstil senkt nicht nur Ihr Krebsrisiko, sondern auch die Gefahr anderer Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Lungenkrankheiten.